Minister fordern Mladic und Hadzic zur Aufgabe auf

6. August 2008, 10:59
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Verteidigungsminister Sutanovac: Das ganze Land ist ihre Geisel

Belgrad - Zwei serbische Minister haben am Montag die zwei noch flüchtigen Angeklagten des UNO-Tribunals für Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien (ICTY), den ehemaligen Militärchef der bosnischen Serben Ratko Mladic und den früheren Serbenchef in Kroatien Goran Hadzic, aufgefordert, sich zu stellen. "Das ganze Land ist ihre Geisel", stellte Verteidigungsminister Dragan Sutanovic gegenüber der Tageszeitung "Blic" fest.

Mladic und Hadzic sollten sich sehr schnell stellen. Andernfalls drohe die baldige Festnahme. So werde Serbien seine eigene Gesetze und das Völkerrecht achten und jenen Status bekommen, welchen seine Bürger verdienten, meinte Sutanovac.

"Die Aufgabe wäre im Interesse Serbiens und seiner Bürger, aber auch im Interesse von Mladic", meinte der Verteidigungsminister. Der Fall des ehemaligen Präsidenten der bosnischen Republika Srpska, Radovan Karadzic, hat nach Meinung des Arbeitsministers Rasim Ljajic, der auch für die Zusammenarbeit mit dem UNO-Tribunal zuständig ist, gezeigt, dass sich niemand für ewig verstecken könne.

Auch Mladic könne keine Ausnahme sein, meinte Ljajic für die Tageszeitung "Vecernje novosti". Karadzic wurde am 21. Juli in Belgrad festgenommen und vergangene Woche an das Haager Gericht überstellt.

Keine Detail-Informationen zur Karadzic-Festnahme

Verteidigungsminister Sutanovac wollte "Blic" gegenüber die Teilnahme des Militärnachrichtendienstes an der Festnahme Karadzic' weder bestätigen noch bestreiten. Die Forderungen nach klarer Information darüber, wer genau daran beteiligt war, hält Sutanovac für "verantwortungslos".

"Eines Tages könnte jemand die Namen der Menschen verlangen, die an der Festnahme beteiligt waren. So etwas wird nirgendwo in der Welt enthüllt, man muss die Sicherheit dieser Menschen und ihrer Familien garantieren", meinte Sutanovac.

Der Verteidigungsminister wies die Spekulationen zurück, wonach Mladic vom Militärnachrichtendienst versteckt wird. Er schloss aber die Möglichkeit nicht aus, dass sich Mladic mit der Hilfe "irgendeines von 37.000 Angehörigen" des serbischen Streitkräfte versteckt. "Er hat aber ganz gewiss nicht die Unterstützung des ganzen Systems", unterstrich Sutanovac.

Mladic wurde wie Karadzic des Völkermordes in Srebrenica und anderer Kriegsverbrechen in Bosnien-Herzegowina angeklagt. Hadzic musssich wegen Kriegsverbrechen in Kroatien verteidigen. (APA)

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