Microsoft fühlt sich durch Open Source bedroht

6. August 2008, 10:54
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Open Source-Firmen würden vom geistigen Eigentum profitieren - Gefahr für traditionelles PC-Geschäft durch mobile Geräte

Der Druck auf den Redmonder Softwareriesen wächst und schuld daran seien unter anderem Open Source-Firmen, wie Microsoft in seinem jährlichen Report an die US-Börsenausfichtsbehörde SEC beklagt. Unternehmen, die Open Source-Lösungen im Geschäftsumfeld anbieten, müssten nicht die vollen Entwicklungskosten tragen, wenn sie Software nur modifizieren und weiterverkaufen.

Ideenklau vorgeworfen

Einige der Open Source-Unternehmen würden Ideen von Microsoft übernehmen, die ihnen der Softwarekonzern kostenlose oder zu niedrigen Lizenzgebühren im Rahmen seiner Interoperabilitäts-Initiativen überlasse. Während der Markt für Open Source-Software wachse, würden Verkaufszahlen und Umsatz von Microsoft sinken. Wachsende Konkurrenz spürt das Unternehmen aber auch von Herstellern wie Apple, HP, Sun oder IBM, die einen anderen Zugang zum PC-Markt hätten.

Handy löst PC ab

Eine große Bedrohung für Windows sieht Microsoft zudem in alternativen Plattformen wie Mozilla und neuen Endgeräten, welche die Nachfrage nach traditionellen Computern verringern könnten. Handys und Smartphones haben den PC als persönlichstes Gerät ersetzt und werden zunehmend als Zugangsgeräte zum Web genutzt. "Nutzer und Nutzung von mobilen Geräten wachsen weltweit sehr stark im Vergleich zu Computern", so Microsoft.

Keine Gefahr durch Google Android

Im mobilen Umfeld sieht Microsoft dauerhaften Wettbewerb unter anderem durch Apple, Nokia, Palm, Symbian, IBM und diverse mobile Linux-Versionen. Seitens Google fühlt man sich in Redmond zwar im Bereich Online-Services, nicht aber im mobilen Geschäft bedroht. Die freie Plattform Android scheint dem Konzern nicht weiter erwähnenswert, was nicht zuletzt darauf zurückzuführen ist, dass das groß angekündigte Handy-Betriebssystem weiter verschoben wird.

Yahoo-Rückschlag heruntergespielt

Im Bereich Online Services ortet Microsoft starke Konkurrenz durch AOL, Google und Yahoo. Die Unternehmen würden immer effektivere Plattformen entwickeln, mit denen Werbetreibende mit Konsumenten verbinden würden. Das würden sie vor allem durch erweiterte Kommunikationsservices und Internetsuche erreichen. Microsoft will laut dem Report in diesem Bereich die Investitionen im Kommunikationsdienste, Technologie und Marketing weiter erhöhen um das Online-Werbegeschäft voranzutreiben. Nach der gescheiterten Übernahme von Yahoo, um Google im Internet-Services-Bereich angreifen zu können, scheint Microsoft das Problem nun in dem Bericht herunterzuspielen. (red)

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    In Redmond spürt man die wachsende Konkurrenz durch Linux und andere Open Source-Software.

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