Direkte Gespräche mit Vertretern Südossetiens vereinbart

5. August 2008, 19:53
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EU-Ratspräsidentschaft fordert friedliche Lösung

Tiflis - Vertreter Georgiens und der abtrünnigen Provinz Südossetien haben nach Angaben aus Tiflis erstmals seit Monaten direkte Gespräche vereinbart. Das Treffen solle am Donnerstag in der südossetischen Hauptstadt Tschinwali stattfinden, sagte eine georgische Regierungssprecherin am Dienstag. Der stellvertretende georgische Außenminister Grigol Waschadse kündigte zudem ein Treffen mit seinem russischen Kollegen Grigori Karasin in Moskau für diese Woche an, um über die wachsenden Spannungen zwischen Georgien und Südossetien zu sprechen.

Südossetiens Regierung wies die Berichte über das geplante Treffen auf seiner Internetseite jedoch zurück. Zuvor hatte aber auch der russische Unterhändler Juri Popow der Nachrichtenagentur ITAR-TASS die Gespräche bestätigt. Russland werde daran teilnehmen, sagte er demnach.

Kriegsvorbereitungen

Die südossetischen Behörden hatten in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben bereits Hunderte Frauen und Kinder in Sicherheit gebracht. Behördenvertreter sprachen zudem von Kriegsvorbereitungen ihrer Milizen, wie russische Medien berichteten. Bei den blutigsten Kämpfen seit Jahren waren nach Angaben der südossetischen Führung in der Nacht auf Samstag sechs Menschen getötet worden, darunter drei Sicherheitskräfte. Die georgische Regierung bezeichnete die Berichte über die nach Russland gebrachten Kinder jedoch als Propaganda. Auch bereite sie sich nicht auf einen Krieg vor.

Die französische EU-Ratspräsidentschaft zeigte sich am Dienstag "schwer besorgt" über die wachsenden Spannungen zwischen Georgien und Südossetien. Die Europäische Union sei mehr denn je willens, sich an der Suche nach einer friedlichen Lösung des Konflikts zu beteiligen, hieß es in einer Erklärung. Sie rufe deshalb erneut zur Aufnahme von Verhandlungen auf.

Die kleine Bergregion Südossetien löste sich in einem Krieg Anfang der 1990er Jahre von Georgien, wurde aber international nie anerkannt. Ebenso wie die abtrünnige georgische Region Abchasien wird Südossetien von Russland unterstützt. In den vergangenen Monaten hatten die Spannungen um die Regionen zugenommen, nachdem Moskau die Aufnahme offizieller Beziehungen zu beiden Regionen angekündigt hatte. (APA)

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