Intercell schluckt US-Firma Iomai

5. August 2008, 19:12
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Der Deal ist durch - Intercell erwartet heuer trotz akquisitionsbedingter Kostensteigerung Gewinn

Wien - Der börsenotierte Wiener Impfstoffhersteller Intercell hat seine internationale Marktstellung durch den Kauf des bisher ebenfalls börsenotierten amerikanischen Impfstoffherstellers Iomai gestärkt. Der Deal ist seit heute, Dienstag, Abend durch.

Die Intercell AG hat jetzt die Akquisition der Iomai Corporation erfolgreich abgeschlossen. Das Transaktionsvolumen umfasst nach heutigen Firmenangaben 1.442.819 Intercell-Aktien (für einen Aktientausch) und eine Cash-Komponente von 75 Mio. Euro (116 Mio. Dollar).

Für den Aktientausch zum Preis von 31,11 Euro je Aktie (Schlusspreis vom 1. August 2008) wurden aus zuvor genehmigtem Kapital 3 Prozent der ausgegebenen Intercell-Aktien eingesetzt, die nun an Iomai-Aktionäre gegangen sind.

Die Cash-Komponente und damit die Barabfindung für Aktionäre und Besitzer von Zertifikaten und Optionen finanziere Intercell aus bestehenden liquiden Mitteln, wie am Abend weiter ad-hoc mitgeteilt wurde. Zusätzlich werde ein Teil der Iomai-Optionen in Intercell-Optionen umgewandelt. Die Börsenotierung von Iomai an der NASDAQ werde eingestellt.

Positiver Ausblick

"Trotz der höheren operativen Kosten durch die Übernahme erwartet Intercell auch weiterhin, das Gesamtjahr 2008 profitabel abzuschließen", teilte der Vorstand weiter mit.

Iomai Corporation mit Sitz in Gaithersburg, Maryland (USA) hat 110 Mitarbeiter. Die Firma ist bereits auf "Intercell USA, Inc.", eine neue Tochtergesellschaft der österreichischen Intercell AG, umbenannt. Thomas Lingelbach, Chief Operating Officer von Intercell AG, ist jetzt auch Vorstandschef (Chief Executive Officer) von Intercell USA. Iomai-Gründer Gregory Glenn wurde zum Chief Scientific Officer von Intercell USA, Roman Necina and Reinhard Kandera wurden Chief Operation Officer sowie des Chief Financial Officer. Stanley C. Erck and Russel P. Wilson, bisher CEO and CFO von Iomai, haben das Unternehmen verlassen.

Mit der Akquisition verschaffte sich das österreichische Unternehmen wie berichtet unter anderem die Voraussetzung, auch eigene Impfstoffe in Form von Impfpflastern im Programm zu haben. Intercell will nach heutigen Angaben den strategischen Focus auf die Entwicklung und Industrialisierung des Impfpflasters gegen Reisedurchfall und pandemische Grippe legen, die Impfpflaster-Technik werde auch auf neue Impfstoffe ausgedehnt. (APA)

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