Vorsorge gegen Aids hat auf breiter Front versagt

6. August 2008, 01:01
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Führende Wissenschafter beklagen Misserfolg von Vorbeugemaßnahmen - 90 Prozent der gefährdeten Menschen von Präventionsprogrammen nicht erreicht

Mexiko-Stadt - Die Vorbeugung gegen Aids hat auf breiter Front versagt. Zu diesem Schluss kommen führende Wissenschaftler in einer umfassenden Analyse für das Medizinfachmagazin "The Lancet", die am Dienstag auf der Welt-Aids-Konferenz in Mexiko-Stadt veröffentlicht wurde.

Mehr als 90 Prozent der gefährdeten Menschen weltweit würden von den wichtigsten Präventionsprogrammen überhaupt nicht erreicht, kritisieren etwa Michael Merson von der Duke-Universität in Durham (US-Bundesstaat North Carolina) und Kollegen. Allzu oft gingen Vorbeugungsprogramme an der gesellschaftlichen Realität vorbei. Vielfach würden besondere Risikogruppe wie Drogenabhängige, Prostituierte und homosexuelle Männer aus politischen Gründen ignoriert.

Bis 2015 Erfolg möglich

Eine Ausweitung zielgerichteter, effektiver Präventionsmaßnahmen könnte jedoch bis 2015 zwölf Millionen neue HIV-Infektionen verhindern, mahnt der Chef des Aidsprogramms der Vereinten Nationen (UNAIDS), Peter Piot, in einem weiteren "Lancet"-Beitrag. Seinen Kollegen zufolge ließe sich die Zahl neuer HIV-Infektionen bis 2015 mindestens halbieren und so 24 Milliarden US-Dollar (15 Milliarden Euro) Behandlungskosten sparen. (APA/dpa)

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The Lancet

Zum Thema
Welt-Aids-Konferenz auf derStandard.at/Gesundheit

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