Deutsche Werbebranche mit einem Fuß in der Rezession

5. August 2008, 17:03
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Die Ausgaben dürften 2008 um 0,5 Prozent zurückgehen - Erstmalig auch Nachfrage an Werbefachkräften rückläufig

Die Deutschen Unternehmen investieren immer weniger in Werbung. Das ist das Ergebnis des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft. "Das erste Halbjahr war von Stagnation bei den Werbetats geprägt. Von daher gehen wir für das Gesamtjahr mit einem Rückgang der Werbeeinnahmen von 0,5 Prozent aus", erläutert Volker Nickel, Sprecher des ZAW. Dies wäre ein Rückgang um 150 Mio. Euro auf 30,63 Mrd. Euro. "Damit stünde die Werbebranche mit einem Fuß in der roten Werberezession", ergänzt Nickel. Dazu tragen auch die Tages- und Wochenzeitungen bei, die in den ersten fünf Monates des Jahres ein leicht schlechteres Ergebnis bei den Werbeeinnahmen einfuhren.

Der schrumpfende Werbemarkt spiegle sich auch im Arbeitsmarkt für Werbeberufe wieder. Erstmals seit vier Jahren sei die Nachfrage nach Werbefachexperten wieder rückläufig. So registrierte der ZAW einen Rückgang der Arbeitsplatzangebote um ein Prozent. Auffällig war vor allem der Abbau der Nachfrage nach Medienspezialisten bei den Werbeträgern. 16 Prozent weniger Leute wurden hier nachgefragt als noch vor Jahresfrist. Dies sei offensichtlich eine Reaktion auf die aktuell geringeren Werbeinnahmen der Medien, heißt es vom ZAW.

Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den werbetreibenden Unternehmen ab, die knapp vier Prozent weniger Werbefachleute nachfragten. Lediglich die Agenturen verstärkten ihre Suche nach Kommunikationsspezialisten. Vor allem Marketingfachleute waren gefragt wie nie. "Die großen Agenturen werden immer zu Unternehmen, die nicht nur Werbeleistungen anbieten, sondern eine komplette Kommunikationsberatung", sagt Nickel. Der Markt sei aufgrund des sich beschleunigenden Wandels so komplex geworden, dass eine Vielzahl von Unternehmen sich auch externe Hilfe für das Produktdesign oder die Preisgestaltung hole.

Für das kommende Jahr 2009 geht der ZAW von erneut rückläufigen Werbeausgaben der Wirtschaft von ein bis zwei Prozent und damit schwindenden Umsätzen der Medien im Werbegeschäft aus. (pte)

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