Ansteckendes Gähnen, über Artengrenzen hinweg

10. August 2008, 21:32
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Britische Forscher experimentierten mit Hunden - Ergebnisse geben Hinweis auf rudimentäres Einfühlungsvermögen bei Tieren

London - Dass Gähnen ansteckend wirkt, ist nichts neues. Dass sich allerdings auch Tiere vom Menschen zum Gähnen animieren lassen, ist verhältnismäßig ungewöhnlich. Britische Forscher unternahmen mehrere Tests mit Hunden und schlossen aus den Beobachtungen auf ein rudimentäres Einfühlungsvermögen. Wie der Wissenschafter Atsushi Senju und sein Team von der Universität London im Fachblatt "Biology Letters" (online vorab veröffentlicht), meinten, Sei damit das ersten Mal auch ansteckendes Gähnen zwischen verschiedenen Arten nachgewiesen worden.

Höhere "Ansteckungs"- Rate als beim Menschen

In den Versuchen der Briten hatten 29 Hunde jeweils einem Forscher zunächst beim lautstarken Gähnen, dann beim lautlosen Öffnen des Mundes zugeschaut. Während beim kontrollierten Mundöffnen keiner der Hunde reagierte, ließen sich 72 Prozent der Tiere vom Gähnen des Mannes anstecken. Damit liege die Rate höher als bei Menschen (45-60 Prozent) und Schimpansen (33 Prozent). Gähnen ist bei Wirbeltieren nicht ungewöhnlich. Domestizierte Hunde können darüber hinaus besonders gut soziale und kommunikative Hinweise von Menschen wie Blicke oder Fingerzeige verstehen.

Die genauen Ursachen für das ansteckende Gähnen unter Menschen und Tieren sind noch unbekannt. Während einige Wissenschafter es für einen angeborenen Mechanismus halten, führen die meisten es auf erlerntes Mitgefühl zurück. (APA/dpa)

Abstract

Biology Letters: Dogs catch human yawns

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