Indonesische Dorfbewohner drohen damit Wildelefanten zu vergiften

5. August 2008, 15:57
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Die seltenen Waldtiere machen sich immer öfter über Ölbaum-Plantagen der Bauern - Behörden der Region reagieren nicht auf Hilferufe

Jakarta - Indonesische Dorfbewohner haben damit gedroht, seltene Wildelefanten zu vergiften, die auf der Suche nach Futter ihre Ölpalmen-Plantagen zerstören. "Die Bewohner sind wütend und haben angekündigt, Gift am Rande ihrer Felder auszulegen, sollten die Verantwortlichen nicht schnell handeln," sagte Teungku Baili, Vorsteher des Dorfes Jambo Dalem, am Dienstag.

Die Bewohner des Dorfes auf der Insel Sumatra hatten zuvor ohne Erfolg die Behörden der Region um Hilfe beim Schutz ihrer Plantagen gebeten. Eine Herde von acht Elefanten war in der vergangenen Woche zweimal über ihre Ölpalmen-Plantagen hergefallen.

Tier und Mensch geraten häufiger in Konflikt

Die tropischen Regenwälder Sumatras, natürlicher Lebensraum der Elefanten, fallen zu immer größeren Teilen der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer. Auf der Suche nach Nahrung bieten Ölpalmen den Dickhäutern eine schmackhafte Alternative zu den Wäldern. Bereits seit dem Jahr 2000 waren Elefantenherden immer wieder über die Plantagen gezogen. Die Zerstörungen hatten sich jedoch in den vergangenen beiden Monaten gehäuft.

"Ich befürchte, die Bewohner könnten ihre Drohungen wahr machen, wenn die Elefanten noch einmal zurückkehren," warnte Teungku Baili. Nach Schätzungen der Naturschutzorganisation WWF leben auf Sumatra 2.400 bis 2.800 Elefanten. Seit 1992 ist ihr Bestand um 35 Prozent geschrumpft. (APA)

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    Die tropischen Regenwälder Sumatras, natürlicher Lebensraum der Elefanten, fallen zu immer größeren Teilen der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer.

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