Lacina kritisiert eigene Partei

5. August 2008, 15:30
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Offener Brief prominenter Sozialdemokraten: Würdelose "Anbiederung führender Funktionäre an die Kronenzeitung" und "Missachtung demo­kratischer Spielregeln" - Mit Brief im Wortlaut

Wien - Ehemalige Granden der SPÖ und prominente SPÖ-Wähler lesen der eigenen Partei die Leviten. In einem von zwei Dutzend Sozialdemokraten gezeichneten offenen Brief wird die "Missachtung demokratischer Spielregeln innerhalb der SPÖ" sowie die würdelose "Anbiederung führender Funktionäre an die Kronenzeitung" kritisiert. 

In der Initiative vertreten sind die Ex-Finanzminister Ferdinand Lacina und Andreas Staribacher sowie OECD-Botschafter Wolfgang Petritsch und Schauspieler wie Erwin Steinhauer. "Gerade in einer Zeit, in der eine an sozialdemokratischen Grundsätzen orientierte Politik notwendiger denn je wäre, ist vielfach Taktik und Machterhalt an die Stelle von neuen Orientierungen und der Entwicklung von Alternativen zu Problemen unserer Zeit getreten" schreiben die Kritiker.

Sie befürchten den "Verlust ihrer politischen Heimat" und richten den Appell an die Parteispitze sich  "auf die Wurzeln und Grundsätze der Sozialdemokratie" zu besinnen und "zu einem Aufbruch in Richtung Offenheit und demokratische Auseinandersetzung" zu begeben. Den Parteitag kommenden Freitag in Linz betrachtet die Gruppe als "ersten Prüfstein, wie weit die Verantwortlichen der Partei bereit sind, offener Kritik zu begegnen". (red/APA)

UnterzeichnerInnen

Gertraud Auer Borea d'Olmo
Hans Benke
Herbert Berger
Ingrid Gazzari
Wilhelmine Goldmann
Christine de Grancy
Walter Guggenberger
Elisabeth Hagen
Udo Jesionek
Edith Kitzmantel
Ferdinand Lacina
Maria Mesner
Wolfgang Petritsch
Erika Pluhar
Oliver Rathkolb
Arnold Schmidt
Margit Schmidt
Ulrich Stacher
Andreas Staribacher
Erwin Steinhauer
Rolf Steininger
Herbert Walther
Ruth Wodak
Elisabeth Orth

  • Die Erklärung im Wortlaut.

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  • Ferdinand Lacina ist enttäuscht von den derzeitigen SPÖ-Verantwortlichen.
    standard/cremer

    Ferdinand Lacina ist enttäuscht von den derzeitigen SPÖ-Verantwortlichen.

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