Faymann und Molterer jetzt mit eigenen Websites

5. August 2008, 14:30
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Die Kandidaten dem Wahlvolk näher bringen: das Faymann-Plakat hängt bis zum Parteitag, die ÖVP-Slogans bis Ende des Monats

Wien - Das Duell um Platz 1 in der Wählergunst ist seit heute offiziell eröffnet. Nach der SPÖ, die im Vorfeld ihres Parteitags Werner Faymann auf rot gehaltenen Plakaten gegen das Streiten werben lässt, ist nun die ÖVP mit ihrer Sommerkampagne unterwegs. Wilhelm Molterer wird auf den drei Sujets nicht zu sehen sein, die Volkspartei setzt auf zugetextete Plakate. Allerdings will die Volkspartei ihren Spitzenmann nicht ganz verstecken, er hat nun wie Faymann eine eigene Homepage.

Auch wenn die beiden Websites (http://www.wilhelmmolterer.at bzw. http://www.das-ist-faymann.at) einander nicht wirklich ähnlich sehen, haben sie doch beide im Wesentlichen das Ziel, den jeweiligen Kandidaten dem Wahlvolk vor allem persönlich näher zu bringen.

Molterer zeigt seine Wurzeln

Auf der Molterer-Seite wirbt der Vizekanzler mit seinen ländlichen Wurzeln: "Wilhelm Molterer ist am Land auf einem Bauernhof aufgewachsen. Dazu steht er... Denn am Land, da ist man füreinander da, da zählen Verlässlichkeit, Solidarität und Ehrlichkeit." Faymann schildert seine Jugend in Wien und die politische Sozialisation an einem Gymnasium im 15. Wiener Gemeindebezirk, garniert mit Fotos als Kind (mit Hund) bzw. als Heranwachsender.

Faymann schneidet Bänder durch

Auch den Faymann von heute gibt es zu bewundern, bei einer seiner Lieblingsbeschäftigungen, dem Durchschneiden eines Bandes bei einer der vielen Baustellen-Eröffnungen, die ein Infrastrukturminister halt vorzunehmen hat. Auf der Molterer-Seite kann man gleich durch 58 Fotos mit dem Vizekanzler gleiten. Er balanciert Fußbälle, posiert mit Sanitätern, sitzt in der Wiese und hält Kinder an der Hand.

Verwöhnt werden Molterer-Fans auch mit einer Zitate-Sammlung mit Offenbarungen ala "Pflege soll leistbar sein." sowie mit Videos etwa von der "Rede zur Lage der Nation". Wer dem VP-Spitzenkandidaten etwas sagen will, kann das auch tun. Unter "Das will ich wissen. Das will ich sagen!" wird eingeladen, Wilhelm Molterer die Meinung zu sagen.

Mit Familie auf die Insel

Faymann erzählt derweil im Wordrap, was er gern mag und was weniger. Als Kind wollte er Skirennläufer werden, am liebsten hört er Pink Floyd's "Another Brick in The Wall" und er ist mehr der Hunde- als der Katzentyp. Auf die einsame Insel würde er die Familie mitnehmen und interessanterweise Bauanleitungen. Auch das Inhaltliche kommt nicht zu kurz. Faymann erzählt auf seiner Homepage, was er von Europa hält ("ehrlich diskutieren"), dass Chancengleichheit weiblicher werden muss und dass Zuwanderung geordnet zu erfolgen hat. Bei Molterer wird bei den Inhalten auf die allgemeine ÖVP-Seite verwiesen, wo etwa Außenministerin Ursula Plassnik in Sachen EU wirbt.

An Plakate nicht gewöhnen

Während sich die Websites wohl bis zur Wahl nicht mehr gewaltig verändern werden, muss man sich an die Plakate der Spitzenmänner nicht so lange gewöhnen. Das erste Faymann-Sujet wird bereits am kommenden Wochenende nach dem Wahlparteitag für den neuen SPÖ-Chef ersetzt, die Molterer-freien ÖVP-Plakate hängen immerhin noch bis Ende des Monats. (APA)

  • An die Plakate der Spitzenmänner muss man sich nicht so lange gewöhnen.
    quelle: spö/övp

    An die Plakate der Spitzenmänner muss man sich nicht so lange gewöhnen.

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