Deutsche Linkspartei setzt auf Frau

5. August 2008, 13:59
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Für Präsidentenwahl eigene Kandidatin im Gespräch: Zweite Frau nach Gesine Schwan

Berlin - Die Spitze der deutschen Linkspartei hat sich auf eine eigene Bewerberin für die Bundespräsidentenwahl im Mai nächsten Jahres verständigt. "Die Kandidatensuche ist abgeschlossen", sagte Vize-Fraktionschef Bodo Ramelow am Dienstag zu Reuters in Berlin, nannte aber keinen Namen. Die beiden Fraktionsvorsitzenden Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, die mit der Suche beauftragt gewesen seien, hätten sich verständigt. Auch Parteichef Lothar Bisky sei eingebunden gewesen. Es sei vorrangig gewesen, systematisch nach einer Frau zu suchen, sagte Ramelow.

Damit würde neben SPD-Kandidatin Gesine Schwan eine zweite Frau mit Amtsinhaber Horst Köhler um das höchste deutsche Staatsamt konkurrieren.

Keine Schriftstellerinnen

Über das weitere Vorgehen und das Nominierungsverfahren werde nach der Sommerpause mit der Fraktion bei einer Klausurtagung geredet, sagte Ramelow. Die Linke sei entschlossen, eine Person ins Rennen zu schicken und damit deutlich zu machen, "dass wir die dritte Kraft in Deutschland sind". Laut Ramelow handelt es sich nicht um die Schriftstellerinnen Christa Wolf und Daniela Dahn, die Mitte Juni in Medienberichten genannt worden waren.

Offen bleibt laut Ramelow, wie sich die Wahlleute der Linken im zweiten oder dritten Wahlgang verhalten werden. Neben einer Unterstützung für Schwan sei ebenso möglich, dass die weiteren Voten freigegeben würden. Mit Blick auf Schwan und die SPD betonte er: "Wer unsere Stimmen will, wer mit uns rechnet, der muss mit uns reden."

Die SPD-Kandidatin Schwan ist bei der Wahl im Mai nächsten Jahres auf Stimmen von SPD, Grünen und Linkspartei angewiesen. Allerdings hat sie sich bei der Linken mit Interviewäußerungen unbeliebt gemacht, die Partei habe keine Rezepte für die Gegenwart. Parteichef Lafontaine hatte sie als Demagogen bezeichnet. (APA/Reuters)

 

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