Dinkhauser stellte erste steirische Kandidaten vor

5. August 2008, 13:56
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Ärzte, 380-kV-Gegner und Postbediensteter treten an - Listenerstellung erst am 22. August

Graz - Der frühere Tiroler Arbeiterkammer-Präsident und ÖVP-Dissident Fritz Dinkhauser hat mit seiner Kandidaten-Vorstellung in der Steiermark den Auftakt gemacht: Zwei Ärzte, ein
Post-Personalvertreter sowie einen der führenden 380-kV-Stromleitungs-Gegner konnte er für sein "Bürgerforum Österreich - Liste Fritz Dinkhauser" gewinnen. Die endgültige Liste soll am 22. August vorgestellt werden, hieß es am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Grambach bei Graz. Programmatisches werde es vorerst weiterhin nicht geben, "da müssen wir Sie noch um etwas
Geduld bitten", so Dinkhauser.

"Team Arzt-Patient"

Neben dem Grazer Gynäkologen Armin Breinl - der die Aktivitäten des Bürgerforums in der Steiermark koordiniert - will die am LKH der Landeshauptstadt als Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe arbeitende Martina Ballon (36) antreten. Ihr Schwerpunkt ist naturgemäß das Gesundheitssystem: "Die Reform gefährdet ein gutes System, die Folgen sind für niemanden abschätzbar", so Ballon. Bei allem Bedarf zur Verbesserung müsse die persönliche Beziehung des
"Teams Arzt-Patient" erhalten bleiben und im Mittelpunkt stehen, sagte die Ärztin. Die genauen Vorschläge müssten erst erarbeitet werden, bat die Medizinerin - die bisher bei keiner Partei tätig
gewesen ist - wie auch alle anderen Kandidaten um Verständnis für ein bisher fehlendes Programm.

Mensch müsse "im Mittelpunkt stehen"

Der in Pischelsdorf in der Oststeiermark tätige Fotograf Karl Zotter (54) ist in der steirischen Landespolitik durchaus ein Begriff: Er ist einer der Motoren des Bürgerwiderstandes gegen die
380-kV-Stromleitung des Verbundes durch die Oststeiermark und hat "wegen der fehlenden Bereitschaft der Politik zu Veränderungen nach persönlichen Gesprächen auf Landesebene die persönliche Konsequenz gezogen" - er trat Ende 2007 aus der ÖVP aus und legte auch die Funktion des örtlichen Wirtschaftsbundobmannes zurück. Der Mensch müsse "im Mittelpunkt stehen nicht die Gewinnmaximierung einiger weniger Konzerne", so Zotter.

"Unmenschlicher Umgang"

Der "unmenschliche Umgang mit der Kollegenschaft" war einer der Gründe, die den Grazer Post-Personalvertreter Franz Brauchard (49) zu einer Mitarbeit bei Dinkhausers Bürgerforum bewogen. Im Zuge von "Restrukturierungen" verkomme der Mensch immer mehr zum Kostenfaktor", so Brauchard, der für die FCG tätig war und aus dem ÖGB ausgetreten ist. Er sei tagtäglich mit Situationen konfrontiert, in denen viele nicht mehr wüssten, wie sie ihre Erlagscheine zu Monatsende einzahlen könnten - mit etwa tausend Euro Monatslohn. Seiner Ansicht nach habe die SPÖ schon lange aufgehört, eine Arbeitsnehmervertreter-Partei zu sein, die ÖVP sei "eh nie so dafür
gestanden". Bis zu Dinkhausers Antreten habe man wirklich nicht mehr gewusst, wen man wählen solle, so der Postbedienstete. (APA)

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