Kuka mit vorsichtigem Ausblick

5. August 2008, 12:05
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Die Umsätze des Roboter- und Anlagenbauers sanken im Halbjahr auf 580 Millionen Euro, der Auftragsbestand jedoch erhöhte sich

München - Nach einem Umsatzrückgang in den ersten sechs Monaten zeigt sich der börsenotierte deutsche Roboter- und Anlagenbauer Kuka für das Gesamtjahr etwas vorsichtiger. 2008 werde die operative Gewinnmarge 5,5 Prozent erreichen nach 4,9 Prozent im Vorjahr, kündigte der Konzern am Dienstag in Augsburg an. Bisher hieß es, die Ebit-Marge werde mindestens 5,5 Prozent betragen.

Beim Umsatz war bisher ein Anstieg auf mehr als 1,34 (Vorjahr: 1,28) Mrd. Euro angepeilt, beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ein Mindestwert von 76,5 (70,4) Mio. Euro. Ob diese Prognosen weiterhin gelten, wollte ein Unternehmenssprecher am Dienstag zunächst nicht sagen.

Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Aktie notierte am Vormittag in einem schwächeren Markt kaum verändert bei 15 Euro.

Sieben Prozent Wachstum angepeilt

Wie es in der Unternehmensmitteilung hieß, rechnet Kuka 2008 mit einem bereinigten Wachstum der Auftragseingänge von rund sieben Prozent. Dazu soll die steigende Nachfrage in Branchen außerhalb der Autoindustrie, etwa Luftfahrt oder Solarindustrie, beitragen sowie der zunehmende Bedarf an neuen Automodellen mit sparsameren Motoren. Kuka werde weiterhin stärker als der Markt wachsen und seine operative Ebit-Marge nachhaltig sichern. Im Frühjahr hatte der Konzern angekündigt, der Umsatz werde 2009 und 2010 um je sieben Prozent zulegen und die operative Rendite auf 6,0 beziehungsweise 7,0 Prozent steigen.

Im ersten Halbjahr 2008 steigerte Kuka die Marge auf 5,5 von 4,6 Prozent. Das Ebit kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,1 Prozent auf 32 Mio. Euro. Der Umsatz ging um 5,6 Prozent auf 580,9 Mio. Euro zurück. Dabei wirkten sich Wechselkurseffekte ebenso aus wie eine veränderte Abrechnung des Materialeinkaufs bei der US-Tochter KTPO. Diese produziert seit Juli 2006 auf dem Gelände des Chrysler-Werks in Toledo bei Detroit die Karosserie des Jeep Wrangler. Seit kurzem kauft Kuka das Material nicht mehr selbst ein und stellt es dem Autobauer in Rechnung, sondern bekommt es von Chrysler geliefert. Bereinigt um diese Effekte wäre der Umsatz um drei Prozent gestiegen.

Der Auftragseingang legte von Jänner bis Ende Juni um 1,6 Prozent auf 736,5 Mio. Euro zu. Der Auftragsbestand kletterte um 13,1 Prozent auf den neuen Spitzenwert von 682,8 Mio. Euro. (APA/Reuters)

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