Als die Antarktis noch ein freundlicherer Ort war

5. August 2008, 12:09
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Einige Täler des Südpols verfügten vor 14 Millionen Jahren über ein viel wärmeres und feuchteres Klima und waren Lebensraum für Moose und Insekten

Washington - Wo heute in den lebensfeindlichen und unfruchtbaren Tälern der Antarktis nur wenige Kreaturen überleben können hat es vor 14 Millionen Jahren noch ganz anders ausgesehen. Es herrschte ein wärmeres und feuchteres Klima, der Lebensraum ähnelte den Tundren, wie wir sie heute aus Alaska, Kanada und Sibirien kennen.

Der US-Geowissenschafter Adam Lewis untersuchte einige Orte in der Antarktis und fand Hinweise auf Moose und Insekten in dem Gebiet westlich der sogenannten Olympus Range. Der Forscher veröffentlichte seine Ergebnisse im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences".

An der Küste wurden bereits einige Moosarten und auch Insekten entdeckt; die von Lewis untersuchten Orte befanden sich aber tief im Inland. Entdeckt wurden auch Überbleibsel von Krustentieren, Mücken, Käfer sowie bestimmte Baum- und Blumenpollen.

Abkühlungsphase

Lewis betonte, die Forschung helfe dabei, das Klimasystem der Erde besser zu verstehen. Seit 50 Millionen Jahren kühle die Erde sich ab. "Dabei werden Schwellen überschritten. Als die Antarktis dauerhaft zufror und eingeschlossen wurde, war das so eine Schwelle", erklärte er. Heutzutage sei es angesichts der globalen Erwärmung wichtig, diese Schwellen zu kennen. "Wenn die Menschen unglücklicherweise das Klima über eine dieser Schwellen treiben, könnte das eine totale Katastrophe werden", sagte er. (APA/red)

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    Die Bergkette von Jutulsessen im Osten der Antarktis. Vor 14 Millionen Jahren hatten in manchen Tälern Verhältnisse geherrscht, die mit jenen der heutigen Tundren vergleichbar sind.

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