170 Menschen wegen Protesten gegen Bush-Besuch festgenommen

5. August 2008, 11:19
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Kundgebung mit Wasserwerfern aufgelöst - Bush fordert Meinungsfreiheit in China und ruft Nordkorea zur Erfüllung von Abrüstungszusagen auf

Seoul - In Südkorea sind knapp 170 Menschen festgenommen worden, die gegen den Besuch von US-Präsident George W. Bush auf die Straße gegangen waren. Laut Polizei wurden 155 Menschen in der Nacht zum Mittwoch in Seoul in Gewahrsam genommen. Zwölf weitere seien am Militärflughafen nahe der Hauptstadt festgenommen worden, wo sie vor der Ankunft Bushs am Dienstagabend gegen Krieg demonstrierten.

Wasserwerfer und Tränengas

Die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Politische Demonstrationen sind in Südkorea nach Sonnenuntergang verboten. Insgesamt waren in Seoul 24.000 Sicherheitsleute im Einsatz, davon waren allein 7.000 Mann für Bush abgestellt. Trotz der heftigen Proteste wurde der US-Präsident nach Schätzungen der Polizei von rund 30.000 Menschen willkommen geheißen.

Bush fordert Meinungsfreiheit in China

Bei seinem Besuch in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul warb Bush am Mittwoch für Religionsfreiheit und rief China zur Wahrung von Meinungsfreiheit und Toleranz auf. Südkorea war die erste Station einer Asienreise, die das Staatsoberhaupt am Freitag auch zur Eröffnung der Spiele in Peking bringen wird.

Bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung-bak war auch der Umgang mit dem kommunistischen Nordkorea ein Thema. Bush rief auf einer gemeinsamen Pressekonferenz das Land dazu auf, die gemachten Zusagen zum Abbau seines Atomwaffenprogramms vollständig zu erfüllen und einem entsprechenden Kontrollverfahren zuzustimmen. Bis zur geplanten Streichung von der US-Liste der Terrorismus-Unterstützer müsse die Führung in Pjöngjang noch "eine Menge tun", sagte Bush am Mittwoch nach Gesprächen mit dem südkoreanischen Staatspräsidenten Lee Myung-bak in Seoul.

Dazu gehörten Überprüfungsmaßnahmen in Nordkorea, denen man auch vertrauen könne. "Ich weiß nicht, ob (Nordkorea) seine Waffen aufgeben will oder nicht", meinte Bush. Noch sei Nordkorea in seinen Augen Teil der "Achse des Bösen", zu der er in einer Rede vor dem Kongress im Jahr 2002 auch den Iran und den Irak unter Saddam Hussein als "Schurkenstaaten" gezählt hatte. (APA/red)

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    Knapp 170 Menschen wurden nach Anti-Bush-Protesten in Seoul festgenommen.

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