Borealis mit Gewinneinbruch

5. August 2008, 10:41
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Der in Wien ansässige Kunststoffhersteller hat um 48 Prozent weniger verdient als im zweiten Quartal des Vorjahres

Wien - Der in Wien ansässige Kunststoffhersteller Borealis, an dem die OMV mit 36 Prozent beteiligt ist, hat im 2. Quartal 2008 einen Nettogewinn von 71 Mio. Euro erwirtschaftet, um 48 Prozent weniger als im 2. Quartal des Vorjahres. Im 1. Quartal 2008 hatte der Nettogewinn 201 Mio. Euro betragen und war um ein Fünftel niedriger als im Vergleichszeitraum 2007.

Die Nettoverschuldung stieg im zweiten Quartal um 152 Mio. Euro, im ersten Halbjahr um 346 Millionen, wie Borealis heute, Dienstag, mitteilte. Die Verschuldungsquote stieg von 36 Prozent im ersten auf 41 Prozent im zweiten Quartal.

Der Umsatzerlös stieg im zweiten Quartal auf 1,825 Mrd. Euro (2Q 2007: 1,593 Mrd. Euro), im gesamten ersten Halbjahr wurden 3,521 Mrd. Euro umgesetzt (1HJ 2007: 3,075 Mrd. Euro). Das Betriebsergebnis ging im 2. Quartal um zwei Drittel auf 52 Mio. Euro zurück, im ersten Halbjahr betrug es 189 Mio. Euro (1HJ 2007: 280 Mio. Euro).

Das Finanzergebnis des Unternehmens wurde durch weltweit gestiegene Rohöl- und Naphthapreise negativ beeinflusst. Allerdings profitierte Borealis von den laufenden Beiträgen aus dem Basischemikaliengeschäft, besonders im Bereich Pflanzennährstoffe. Auch Borouge, das Joint Venture von Borealis mit der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), lieferte "einen substanziellen Beitrag", heißt es in der Mitteilung.

Spatenstich zur Expansion

Im zweiten Quartal fand der Spatenstich zur Expansion des "Borealis Innovation Headquarters" in Linz statt. Die Kosten dafür betragen 50 Mio. Euro.

Das bedeutende Investitionsprojekt Borouge 2 in Ruwais, Abu Dhabi, verlaufe nach Plan, heißt es. Derzeit seien mehr als 7.000 Personen auf der Baustelle tätig. Die 350.000 t/J-Anlage für Polyethylen mit niedriger Dichte in Stenungsund, Schweden, soll ebenfalls planmäßig im zweiten Halbjahr 2009 fertig gestellt werden.

"Wir haben bereits seit längerem darauf hingewiesen, dass wir eine zunehmende Volatilität und eine Aufweichung der Märkte erwarten und haben uns insbesondere durch die stetige Verbesserung unserer Kosteneffizienz darauf vorbereitet", sagt Borealis-Vorstandsvorsitzender Mark Garrett. "Daher befinden wir uns in einer stabilen finanziellen Position, die es uns ermöglicht, weiterhin unsere Strategie auf der Grundlage von 'Value creation through innovation' zu verfolgen und unsere ehrgeizigen Investitionsprojekte im Nahen Osten fortzusetzen." (APA)

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