Treffen Olmert-Abbas angeblich Mittwoch in Jerusalem

5. August 2008, 10:12
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Palästinensischer Präsident nach Gaza-Niederlage schwer angeschlagen

Jerusalem - Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas und der israelische Regierungschef Ehud Olmert wollen am morgigen Mittwoch über die Zukunft des Nahost-Friedensprozesses sprechen. Die beiden Politiker planten ein Treffen in Jerusalem, sagte der palästinensische Unterhändler Saeb Erekat der palästinensischen Nachrichtenagentur Maan am Dienstag. Olmerts Sprecher war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Die Position von Abbas ist nach der Flucht von Mitgliedern seiner Fatah aus dem von der radikalen Hamas beherrschten Gaza-Streifen nach Israel schwer angeschlagen. Olmert ist seinerseits in Korruptionsvorwürfe verstrickt und hat seinen Rückzug vom Vorsitz der regierenden Kadima-Partei im September angekündigt.

Abbas hatte den Israelis zuletzt mit dem Abzug seiner Sicherheitskräfte aus den Städten des Westjordanlandes und sogar mit der Auflösung der Selbstverwaltungsstrukturen gedroht, weil die israelischen Razzien und Massenfestnahmen seinem Ansehen in der palästinensischen Bevölkerung schadeten. Auf Betreiben von US-Präsident George W. Bush hatten Abbas und Olmert im November 2007 auf der Konferenz von Annapolis neue Gespräche vereinbart, die nach den Vorstellungen Washingtons bis Ende des Jahres zu einem Friedensvertrag und einer Zwei-Staaten-Lösung führen sollten. Abbas hat sich enttäuscht von den bisher geführten Gesprächen gezeigt. Die Verhandlungen blieben ohne Ergebnis, weil sich Israel einer Diskussion über Kernpunkte des Konflikts entziehe und im Widerspruch zu den Vorgaben von Annapolis den Siedlungsbau im Westjordanland fortsetze. (APA/dpa/AP)

 

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