Journalisten dürfen nicht mehr unangemeldet auf Tiananmen-Platz

5. August 2008, 07:16
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China-Berichterstattung weiter eingeschränkt - Reporter müssen künftig einen Tag vorher einen Besuch oder ein Interview auf dem Tiananmen-Platz anmelden

Peking - Ausländische Journalisten dürfen nicht mehr unangemeldet den Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen-Platz) im Zentrum von Peking besuchen und dort spontan Interviews machen. Einen Tag nach einem Protest verärgerter Pekinger Bürger gegen ihre Zwangsumsiedlung unweit des Platzes wurden am Dienstag neue Beschränkungen für die Berichterstattung erlassen. Reporter müssen künftig einen Tag vorher einen Besuch oder ein Interview auf dem Tiananmen-Platz anmelden und einen Interview-Termin beantragen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Hinweis auf die Verfügung der Behörden berichtete. Auch werden ihnen "Führer" zur Seite gestellt.

Auf dem Platz im Süden der Verbotenen Stadt, des ehemaligen Kaiserpalastes, befinden sich das kommunistische Denkmal der Volkshelden und das Mao-Mausoleum, auf der Westseite erhebt sich die Große Halle des Volkes, Sitz des Nationalen Volkskongresses. Im Juni 1989 schickte das Regime Panzer und Soldaten auf den Platz, der wochenlang von studentischen Anhängern der Demokratiebewegung besetzt war, und ließ ein Blutbad anrichten. Der Militäreinsatz wird in China offiziell als "Niederwerfung konterrevolutionärer Unruhen" bezeichnet. Tausende Soldaten der "Volksbefreiungsarmee" waren im Einsatz, monatelang galt das Kriegsrecht.

Der neue Medien-Erlass folgte einen Tag, nachdem eine Gruppe Pekinger Bürger einen behördlich organisierten Besuch von ausländischen Olympia-Journalisten in einem bekannten Peking-Enten-Haus südlich vom Tiananmen-Platz genutzt hatten, um gegen unzureichende Entschädigungen nach dem Abriss ihrer Häuser zu protestieren. Die Fernsehbilder der empörten Pekinger, die Dokumente hochhielten oder Protestposter umgehängt hatten, gingen um die Welt. (APA/dpa/AFP)

 

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