K2: Österreicher überlebte 1986 nur knapp

4. August 2008, 18:54
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Fünf Tote bei Abstieg vor fast genau 22 Jahren

 Die Tragödie am K2 weckt Erinnerungen an eine Expedition mit ähnlichem Ausgang, an der ebenfalls Österreicher beteiligt waren. Fast auf den Tag genau 22 Jahre vor dem aktuellen Drama, am 4. August 1986, hatte der bekannte Salzburger Alpinist, Fotograf, Autor und Kameramann Kurt Diemberger mit seiner Partnerin Julie Tullis den Gipfel des Achttausenders zwar erreicht, der Abstieg aber wurde zur Katastrophe.

Zunächst stürzte Tullis ab und riss ihren Partner mit sich. Knapp vor einem Abhang konnten die beiden den Sturz noch stoppen. Nach einem Nachtbiwak auf 8000 Metern Seehöhe konnten sich die beiden erfahrenen Alpinisten am folgenden Tag mit knapper Not zum Lager IV durchschlagen. Im Camp warteten bereits fünf andere Bergsteiger auf eine Möglichkeit zum Abstieg.

Der verzögerte sich allerdings aufgrund der Wetterlage immer wieder: Ein Orkan machte fünf Tage lang jeden Gedanken daran, das Lager zu verlassen, illusorisch. Die durch den Sturz verletzte Bergsteigerin Julie Tullis starb während dieser Tage an einem Hirnödem.

Als der Sturm nach fünf Tagen endlich abflaute, war ein weiterer Bergsteiger im Lager, Al Rouse, in einem so hoffnungslosen gesundheitlichen Zustand, dass seine Kameraden beschlossen, ihn im Lager zurückzulassen.

Während des Abstiegs starben zwei weitere Mitglieder der nun nur mehr fünfköpfigen Gruppe an Erschöpfung. Ein weiterer Alpinist stürzte ab und verunglückte dabei tödlich: Schlussendlich erreichten nur Kurt Diemberger und ein weiterer Bergsteiger, Willi Bauer, das Basislager.

Kein Anfänger


Die Katastrophe am "Kristall" war für den bekannten Alpinisten nicht die erste Erfahrung am K2: Zwischen 1982 und 1986 war der 1936 in Villach geborene Österreicher immer wieder im Karakorum unterwegs. Den K2 nahm er dabei mehrfach in Angriff - unter anderem über den als besonders schwierig geltenden Nordgrat.

In Bergsteigerkreisen assoziiert man den heute in Salzburg und Bologna lebenden Diemberger allerdings nicht nur mit der K2-Tragödie von 1986: Diemberger ist bis heute einer von nur drei Menschen, die in ihren Gipfelbüchern die Erstbesteigung von zwei Achttausendern vermerkt haben. (rott/DER STANDARD-Printausgabe, 5.8.2008))

 

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