Daimler drosselt Aktienrückkauf

4. August 2008, 17:36
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Der milliardenschwere Rückkauf eigener Aktien, mit dem Daimler die hohen Barreserven abschmilzt, wird von einigen Finanzanalysten bereits seit längerem kritisiert

Stuttgart - Der deutsche Autobauer Daimler hat in den vergangenen Wochen sein Aktienrückkaufprogramm gedrosselt. Der milliardenschwere Rückkauf eigener Aktien, mit dem Daimler die hohen Barreserven abschmilzt, wird von einigen Finanzanalysten bereits seit längerem kritisiert.

Seit Anfang Juli kauft Daimler über seine Banken deutlich weniger eigene Aktien zurück als in den Wochen zuvor, wie aus Daten auf der Daimler-Internetseite hervorgeht. In der vergangenen Woche lag die Zahl der erworbenen Aktien bei 1,6 Millionen. Dafür gab Daimler rund 60 Mio. Euro aus. Vier Wochen vorher hatte Daimler - bei höherem durchschnittlichen Aktienkurs - noch 4,3 Mio. Papiere im Wert von rund 165 Mio. Euro erworben.

Eine Daimler-Sprecherin sagte, es gebe keine Anweisung an die Banken, weniger Aktien zu erwerben. Das Programm werde wie geplant abgeschlossen.

Flexibel

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche hatte bereits Ende Juli bei der Vorlage des jüngsten Quartalsberichts gesagt, er wolle trotz der eingetrübten Geschäftsaussichten an dem bis April 2009 laufenden Aktienrückkaufprogramm festhalten. Bei dessen Abwicklung sei Daimler jedoch flexibel und könne die Geschwindigkeit erhöhen oder drosseln.

Den Rückkauf von bis zu zehn Prozent der eigenen Aktien will sich Daimler bis zu sechs Mrd. Euro kosten lassen. Der Stuttgarter Konzern sitzt nach dem mehrheitlichen Verkauf der US-Tochter Chrysler auf einem hohen Barmittelbestand und nutzt zum Abbau dieser Barreserven Aktienrückkäufe. Damit stützt der Autobauer tendenziell den Aktienkurs, der seit Jahresbeginn um mehr als 40 Prozent nachgegeben hat.

Bei Analysten kommt der teure Aktienrückkauf zum Teil nicht gut an. Vor allem die Investmentbank Morgan Stanley appelliert angesichts der eingetrübten Absatzaussichten in Europa und den USA, belastender Wechselkurse sowie steigenden Rohstoffpreisen seit Wochen an das Daimler-Management, das Programm zu stoppen. Daimler solle seine Barreserven lieber für schlechte Zeiten sparen, raten die Analysten dem Autobauer. (APA/Reuters)

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