Kleindemo vor Enten-Restaurant in Peking

4. August 2008, 18:41
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Protest gegen niedrige Entschädigungen für Abriss von Wohnhäusern - Polizei löst Kundgebung auf

Peking - Trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen in Peking konnten am Montag Demonstranten die Aufmerksamkeit der internationaler Medien erregen. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, dass die Bewohner eines Pekinger Stadtteils mit dem Protest ihre Unzufriedenheit mit der Höhe der staatlichen Entschädigung nach dem Abriss ihrer Häuser zum Ausdruck brachten. Die Straße Qianmen Dajie, woher die aufgebrachten Bürger offenbar kamen, wurde in den vergangenen Monaten im Stil der 1930er-Jahre restauriert und soll am Donnerstag als Geschäftsstraße neu eröffnet werden. Die Demonstration habe sich innerhalb einer halben Stunde aufgelöst, nachdem die Polizei eingetroffen sei, hieß es weiter.

Dabei sind die Demonstranten geschickt vorgegangen: Ein japanisches Fernsehteam machte am Vormittag in der Straße vor dem berühmten Spezialitätenrestaurant für Peking-Ente "Quanjude" Filmaufnahmen, als die Bürger aufmarschierten. Daraufhin kamen weitere Medien hinzu. Die Pekinger Olympia-Organisatoren hatten einen Besuch ausländischer Journalisten in dem Restaurant organisiert.

Das Versammlungsrecht wurde in China im Vorfeld der Olympischen Spiele weiter eingeschränkt. Alle Proteste müssen fünf Tage vorher angemeldet werden. In Peking darf derzeit nur in drei Parks demonstriert werden. (dpa/DER STANDARD, Printausgabe, 5.8.2008)

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