Über Stalins "Archipel Gulag"

4. August 2008, 13:40
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Im Westen wurde der Begriff erst durch den dokumentarischen Roman "Archipel Gulag" von Alexander Solschenizyn weithin bekannt - dokumentarischen Roman

Hamburg - Die Gulag-Straflager wurden zum Inbegriff stalinistischer Schreckensherrschaft. Die russische Abkürzung für "Glawnoje Uprawlenije Lagerej" meinte ursprünglich schlicht "Hauptverwaltung der Lager". Später wurde die Bezeichnung für die Behörde auf das ganze System der Straflager übertragen, die zu Beginn der 1930er Jahre in der Sowjetunion auf Befehl von Diktator Josef Stalin eingerichtet wurden. Ein Großteil der Lager wurde in Sibirien und der Steppe Kasachstans errichtet.

Kriegsgefangenschaft

Stalin wollte die Arbeitskraft der Häftlinge ausbeuten und unterstellte die Lager dem Geheimdienst NKWD. In den weit über 400 Lagern mussten die Insassen unter meist unmenschlichen Bedingungen Schwerstarbeit etwa im Straßenbau oder in Bergwerken leisten. Hunderttausende, darunter auch deutsche Kriegsgefangene, starben an Erschöpfung, Hunger, Kälte oder Krankheiten. Vorsichtige Schätzungen gehen von einer Million Toten aus, andere Angaben liegen weit höher. Insgesamt sollen etwa 18 Millionen Menschen in den Gulags ausgebeutet worden sein, viele von ihnen ohne Gerichtsurteil.

"Archipel Gulag"

Im Westen wurde der Begriff erst durch den "Archipel Gulag" von Alexander Solschenizyn weithin bekannt, Solschenizyn verglich in seinem dokumentarischen Roman die abgelegenen, weit verstreuten Lager mit Inseln.

Nach Stalins Tod 1953 wurde die Behörde, die dem System den Namen gab, zwar offiziell aufgelöst, doch blieb das System der Straf- und Arbeitslager in der Sowjetunion noch Jahrzehnte erhalten. Im Jahr 1983 soll es dort nach US-Angaben noch immer 1.100 Arbeitslager mit rund vier Millionen Zwangsarbeitern gegeben haben. (APA/dpa)

 

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    cover: rororo
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