USA: Striptease gilt weiterhin als Kunst

4. August 2008, 13:26
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Gesetzeslücke für Bar-Betreiber auch nach brisantem Fall mit Minderjähriger nicht geschlossen

Des Moines/USA - Im US-Staat Iowa gibt es auch weiterhin keine Striptease-Clubs, sondern "Kulturzentren", in denen Frauen nackt auf der Bühne tanzen. Ein Bezirksgericht entschied am Freitag, Striptease falle unter den Begriff Kunst. Die Staatsanwaltschaft habe keinen Beweis dafür erbracht, dass es sich bei dem Club "Shotgun Geniez" in der Ortschaft Hamburg nicht um ein Theater handle, erklärte Richter Timothy O'Grady. Da Striptease-Bars in Iowa verboten sind, nützen viele Barbetreiber ein Schlupfloch im Gesetz und melden ihre Etablissements als "Kulturzentren" an.

Seinen Anfang hatte der Fall vor gut zwei Jahren genommen: Ausgerechnet die 17 Jahre alte Nichte des Sheriffs bestieg am 21. Juli 2007 die Bühne des "Shotgun Geniez".  Clubbesitzer Clarence Judy erhielt deswegen eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses. Judy machte geltend, dass das entsprechende Gesetz nicht angewendet werden dürfe, wenn es sich um "ein Theater, eine Konzerthalle, ein Kunstzentrum, Museum oder ein ähnliches Etablissement" handle, in dem es künstlerische Darbietungen gebe.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie werde das am Freitag ergangene Urteil möglicherweise anfechten. Clubbesitzer Judy kann das inzwischen egal sein: Er hat das "Shotgun Geniez" Anfang der Woche verkauft. (APA/AP)

 

 

  • Aufnahme aus dem Männer-Striptease-Lokal "Little Red Riding 
Hood" in Moskau.
 
    Reuters/THOMAS PETER

    Aufnahme aus dem Männer-Striptease-Lokal "Little Red Riding Hood" in Moskau.

     

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