Reaktionen - Gusenbauer, Molterer, Plassnik

4. August 2008, 12:57
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Gusenbauer: "Welt verneigt sich" - Molterer: "Vorbild für alle Demokraten dieser Welt" - Plassnik: "Er war ein Unbeugsamer"

Wien - Auch die Vertreter der österreichischen Politik würdigten heute, Montag, den verstorbenen russischen Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn. "Die Welt verneigt sich vor einem anerkannten Schriftsteller, großen Dramatiker und wichtigen politischen Mahner", so Bundeskanzler Alfred Gusenbauer in einer Aussendung.

Wilhelm Molterer

Für Vizekanzler Wilhelm Molterer gilt Solschenizyn durch "seine Courage und seinen Mut, für Demokratie, Meinungsfreiheit und Menschenrechte auch unter Bedrohung des eigenen Lebens einzustehen, zu Recht als Vorbild für alle Demokraten dieser Welt". Das Wort Solschenizyns gelte in der freien Welt "als Mahnung gegen diktatorische Regime", so Molterer in der Aussendung.

Alfred Gusenbauer

Solschenizyn habe es trotz schwerer Schicksalsschläge verstanden, "das Unrecht treffend zu benennen und ihm einen entlarvenden Spiegel vorzuhalten", so Gusenbauer. "Seine frühen, das stalinistische Terrorregime beschreibenden Werke atmen den Geist der Wahrheit, klagen aber nicht an: Sie sind ein stets gültiges Monument menschlichen Einfühlungsvermögens und literarischer Größe".

Ursula Plassnik

"Er war ein Unbeugsamer", meinte Außenministerin Ursula Plassnik. "Solschenizyn war auch ein Vorbote jener grundlegenden Veränderungen, die Russland am Ende des 20. Jahrhunderts erlebt hat. Sein Werk bietet zugleich die beste Garantie, dass das dunkle Erbe der stalinistischen Diktatur weder vergessen noch relativiert werden kann, wie das heute gelegentlich bedauerlicherweise versucht wird."

Für den freiheitlichen Menschenrechtssprecher im Parlament, Gerhard Kurzmann, bleibe Solschenizyn "auch nach seinem Tod eine Symbolfigur gegen Kommunismus und Unterdrückung". Er würdigt Alexander Solschenizyn unter anderem als einen "großen Russen, der als Europäer immer eine kritische Distanz zur US-amerikanischen Politik wahrte". Für BZÖ-Kultursprecher Veit Schalle wird Solschenizyns Werk "in seiner ganzen Breite die Jahrhunderte überdauern und ein beeindruckendes, lehrreiches Bild einer düsteren Epoche Russlands überliefern". (APA)

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