Die letzten Stunden des Regimekritikers

4. August 2008, 12:39
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Solschenizyn Legte im Sterbebett fest, welcher Teil des künstlerischen Schaffens im Familienbesitz bleiben soll

Moskau - Der jahrelang in einem Straflager internierte Schriftsteller Alexander Solschenizyn starb in seinem Haus in Moskau im Kreis der Familie. Die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" dokumentierte am Montag auf ihrer Internetseite die letzten Stunden des 89-jährigen Literaturnobelpreisträgers. "Er war bereits einige Zeit sehr krank, verschob aber alle ärztlichen Tests mit Hinweis auf seine drängende Arbeit", sagte sein Sohn Stepan. Auch am Sonntagabend habe sich der Autor mit der Herausgabe seines Gesamtwerkes befasst; diese soll 2010 abgeschlossen sein. "Er klagte plötzlich über schweres Unwohlsein."

Familienbesitz

Der herbeigerufene Notarzt habe kurz vor Mitternacht Ortszeit aber nur noch den Tod feststellen können. Mit der Frau des Autors, Natalia, habe er bis zuletzt am Bett des Sterbenden gesessen, sagte Stepan. "Mit meiner Mutter hörte ich auch den letzten Willen des Vaters." Darin habe Alexander Solschenizyn genau festgelegt, welcher Teil seines künstlerischen Schaffens in Familienbesitz bleiben soll. Seit Bekanntwerden des Todes kommen viele Freunde und Verwandte in das Trauerhaus, hieß es. Der Schriftsteller soll an diesem Mittwoch in Moskau beigesetzt werden. (APA/dpa)

 

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