"Gewinne ab 2009"

4. August 2008, 12:19
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SkyEurope weist eine "schlechte Bilanz" auf, wie Vorstandschef Bitter zugibt. Schuld daran seien aber auch diverse Geschäftspartner

Wien - Die Bilanz von SkyEurope sieht "ziemlich schlecht aus", wie der Chef der slowakischen Billig-Fluggesellschaft, Jason Bitter, gegenüber dem "WirtschaftsBlatt" (Montagsausgabe) zugibt. Man sei aber zuversichtlich, bereits ab 2009 Gewinne einzufliegen.

Zu den Maßnahmen, um endlich der konstanten Geldnot zu entkommen, zählt weiterhin eine Kapitalerhöhung, sagte Bitter der Zeitung. "Die ist möglich, aber nicht zum jetzigen Kurs. Die Aktie sollte zumindest über den Nominalwert von 1 Euro steigen."

Negatives Eigenkapital, geringe Liquidität

Der Kurs der Billig-Airline sackte auf bis zu 0,47 Euro je Aktie ab. Vor allem das negative Eigenkapital von 36,8 Mio. Euro per Ende März sowie die geringe Liquidität von 13 Mio. Euro haben den Anlegern "massive Sorgen" bereitet, heißt es in dem Bericht. SkyEurope sei auch jetzt nicht mehr wert als ein halber Mittelstrecken-Jet.

Schuld für die schlechte Lage ortet SkyEurope nicht nur im eigenen Haus, sondern auch bei den Geschäftspartnern. Vor allem Kreditkartenunternehmen sind der Airline auf die Zehen getreten. Namhafte Player wie Visa, Mastercard und American Express (Amex) sollen die Weiterleitung von Kundenzahlungen verweigert haben, solange der Flug nicht abgewickelt wurde, erfuhr das "WirtschaftsBlatt" aus der Branche. Die Kartenfirmen hätten schlichtweg Angst vor einer Pleite gehabt und wollten sich vor möglichen Rückforderungen von SkyEurope-Kunden schützen.

Airline-Chef Jason Bitter ist aber wieder guter Dinge: "Wir sind dabei, die Probleme zu lösen. Bisher zurückgehaltene Zahlungen fließen seit Anfang des Vormonats", sagte Bitter der Zeitung.

Der Geschäftsführer von Amex Österreich, George Frey, weiß aber nichts von zurückgehaltenen Zahlungen: "Wir machen eine regelmäßige Risikobetrachtung all unserer Vertragspartner. Gerade bei Fluglinien, weil der Kunde ja sofort zahlt und die Leistung erst später erfolgt." Auch Mastercard-Vertreter Paylife fühlt sich laut Zeitung nicht betroffen.

Wien-Innsbruck "ein Fehler"

Bitter gesteht jedoch ein, auch eigene Fehler gemacht zu haben. "Von Wien nach Innsbruck zu fliegen, war so einer", sagte er. Dafür hatte SkyEurope viel zu große Flugzeuge.

Insgesamt hat der Aufbau der Basis in Wien in den ersten sechs Monaten 20 Mio. Euro Verlust gebracht. Der Flughafen Wien sei eben ein teures Pflaster. "Seit April 2008 sind wir in Wien aber positiv", so Bitter.

Laut Bitter gibt es nach wie vor Interessenten, auch abgesehen vom jüngsten Neuzugang unter den Aktionären, der Wiener Investmentgesellschaft ASP. Wie berichtet hat sich ASP über die Börse mit 7,24 Prozent an der defizitären SkyEurope beteiligt. Das Investitionsvolumen bezifferte ASP-Geschäftsführer Alon Shklarek Ende Juni mit rund 7 Mio. Euro. (APA)

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