Fahrerfluchtunfälle haben seit 2006 um fünf Prozent zugenommen

4. August 2008, 11:59
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Insgesamt gab es im vergangenen Jahr 2.360 Verletzte und acht Todesopfer

Wien - Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht sind keine Seltenheit, sondern haben laut Statistik des ÖAMTC zugenommen. 2.062 Kollisionen und Zwischenfälle, bei denen der Verursacher ohne Hilfe zu leisten davon brauste, gab es im vergangenen Jahr. 2006 waren es noch fünf Prozent weniger. Für die Verletzten könne die Kurzschlussreaktion der Lenker schwerwiegende Folgen haben, warnte der Automobilclub am Montag in einer Aussendung: Insgesamt acht Personen verloren 2007 bei Fahrerflucht-Unfällen ihr Leben.

Für 2008 gibt es noch keine Statistik. Der jüngste Fahrerfluchtunfall ereignete sich allerdings erst am Sonntag: In der Nähe von Klagenfurt wurde ein 15-jähriger Mofa-Fahrer von einem roten BMW angefahren. Der Pkw-Lenker hatte bei einer Kreuzung den Vorrang übersehen und ließ den Schüler - ohne anzuhalten - verletzt liegen.

Bei den 2.062 Fahrerflucht-Unfälle im Jahr 2007 wurden laut ÖAMTC insgesamt 2.360 Menschen verletzt, 278 davon schwer. In Wien ist die Situation besonders schlimm: Dort gibt es nicht nur die meisten Fahrerflüchtigen, sondern auch eine überdurchschnittliche Zunahme um rund sieben Prozent. 2007 gab es 395 Vorfälle, im Jahr zuvor waren es noch 369. In Kärnten (205 im Jahr 2007) und Salzburg (193 im Jahr 2007) gab es ein Plus von 49 bzw. 35 Fahrerfluchtunfällen.

Ein Minus von 32, 24 bzw. drei Vorfällen verzeichneten die Bundesländer Tirol (173 im Jahr 2007), Vorarlberg (68 im Jahr 2007) und das Burgenland (18 im Jahr 2007). In der Steiermark (355 im Jahr 2007), Oberösterreich (351 im Jahr 2007) und Niederösterreich (304 im Jahr 2007) gab es laut ÖAMTC ebenfalls eine Zunahme.

Extreme Stresssituation

"Ein Unfall ist für die meisten Betroffenen eine extreme Stresssituation. Manche geraten dabei in Panik und die Reaktion kann schließlich Flucht sein", erklärte Club-Verkehrspsychologin Dora Donosa mögliche Gründe für eine Fahrerflucht. Zusätzlich gebe es Fahrer, die aus Angst vor Konsequenzen die Verantwortung scheuen. In vielen Fällen sei Alkohol mit im Spiel, etwa zehn Prozent der ausgeforschten Lenker waren betrunken. In Wien senke die Anonymität der Großstadt und die Neigung vieler Menschen zum Wegschauen scheinbar die Hemmschwelle, ein Unfallopfer im Stich zu lassen.

Einem Unfalllenker droht bei einer Fahrerflucht neben einer Verwaltungsstrafe ein Gefängnisaufenthalt von bis zu drei Jahren. Die Haftpflichtversicherung könne zudem das für Schadenersatz ausbezahlte Geld zurückfordern. (APA)

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