Aids-Epidemie in USA schlimmer als angenommen

4. August 2008, 10:59
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Behörde unterschätzte Zahl der Neuinfektionen

Washington - Die Zahl der HIV-Infektionen in den USA ist weit höher als bisher angenommen: Wie das Zentrum für Krankheitskontrolle und Vorbeugung (CDC) am Samstag (Ortszeit) in Washington unter Berufung auf eine neue Studie mitteilte, infizierten sich im Jahr 2006 rund 56.300 Menschen mit dem gefährlichen Aids-Virus. Das seien 40 Prozent mehr als in früheren Schätzungen vorhergesagt.

Von weniger Neuinfektionen ausgegangen

"Die HIV-Epidemie ist und war immer schlimmer als bisher bekannt", sagte Kevin Fenton vom CDC. Eine von der Behörde entwickelte neue Labortechnik habe gezeigt, dass die bisherige Annahme von etwa 40.000 Neuinfektionen jährlich viel zu niedrig angesetzt gewesen sei.

"Leider sind wir weit davon entfernt, den Kampf gegen diese vermeidbare Krankheit zu gewinnen", sagte CDC-Leiterin Julie Gerberding. Zwar sei die hohe Zahl von HIV-Infektionen beunruhigend, sagte ihr Kollege Richard Wolitski. Doch dass die Zahl der Neuansteckungen in jüngerer Zeit stabil sei, deute auf erste Erfolge bei der Prävention hin. Der Studie zufolge sind vor allem schwule und bisexuelle Männer sowie Afro-Amerikaner von HIV betroffen. 53 Prozent der Neu-Infektionen gebe es unter Schwulen und Bisexuellen. Die Infektionsrate unter schwarzen US-Bürgern liegt siebenmal so hoch wie bei Weißen: auf 100.000 Schwarze kommen demnach 83,7 Infektionen, bei Weißen sind es 11,5.

Die Ergebnisse der Studie werden in einer Sonderausgabe der Zeitschrift der US-Medizinervereinigung veröffentlicht. Sie bei der internationalen Aids-Konferenz vorgestellt. (APA/AFP)

 

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