Rücktrittsreif?

4. August 2008, 10:08
2 Postings

Bezugnehmend auf die Anschläge in Istanbul soll geklärt werden, ob Reisende in diesem Fall von einer Pauschalreise kostenlos zurücktreten können

> Das Europäische Verbraucherzentrum sagt dazu:
Der Verein für Konsumenteninformation hat in einer Reihe von Musterprozessen diese Frage durch den Obersten Gerichtshof ausjudizieren lassen. Aus diesen Urteilen kann man Folgendes ableiten:

Reisende können - wegen Wegfalls der Geschäftsgrundlage - kostenlos stornieren, wenn die Gefahrenlage auch im Lichte seriöser Medienberichte das allgemeine Lebensrisiko deutlich überschreitet. Bei Bombenanschlägen, verbunden mit weiteren Terrordrohungen gegen Touristen, kann man von einer solchen Gefahrenlage ausgehen. Eine solche Lage kann auch ohne offizielle Reisewarnung des Außenministeriums - das ist hier der Fall - gegeben sein.

Wenn Sie die Reise nicht antreten wollen, dann erklären Sie gegenüber dem Reiseveranstalter schriftlich, dass Sie von der Buchung wegen der Terrorgefahr kostenlos zurücktreten wollen. Bietet der Veranstalter eine kostenlose und zumutbare Umbuchung an, sollten Sie diese akzeptieren. Tut er das nicht, bleibt es beim Rücktritt. Sollten Sie "Stornogebühren" bezahlen, dann nur "vorbehaltlich rechtlicher Klärung und Rückforderung". Für detailliertere Infos siehe Webtipp. (DER STANDARD/Printausgabe/2./3.8.2008)

Mailen Sie ähnliche Erfahrungen auf Reisen an: reisehelpdesk@derstandard.at

Informationen:
Europakonsument

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wenn Reisende aufgrund der Terrorgefahrt auf den Urlaub in Istanbul verzichten wollen, sollten sie den Veranstalter auf jeden Fall schriftlich darüber informieren.

Share if you care.