Rechtsextreme Einbrecher erwischt

4. August 2008, 17:50
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Polizeibekannte Täter hatten Nazi-Parolen in KP-Büro in Kapfenberg geschmiert

Kapfenberg - Die Serie von Einbrüchen in das Büro der KPÖ-Leitung des Bezirks Bruck an der Mur in Kapfenberg scheint geklärt. Zwei Polizisten nahmen in der Nacht von Freitag auf Samstag den 29-jährigen Roland T., welcher der rechtsradikalen Szene in der Region zugerechnet wird, und ei-nen 16-jährigen Komplizen, der Schmiere gestanden haben soll, fest.

Bei der Vernehmung des Hauptverdächtigen wurden neben den bekannten vier Einbrüchen - der Standard berichtete - noch zwei weitere ruchbar. Außerdem ermittelt die Polizei gegen fünf mögliche Mittäter, die nur beim letzten Einbruch nicht dabei waren. Diese sollen zwischen 17 und 33 Jahre alt sein und ebenfalls aus der Neonazi-Szene stammen. Der inhaftierte T. und zwei weitere Verdächtige sind laut Polizei bereits wegen Verstößen gegen das NS-Verbotsgesetz vorbestraft.

Die Einbruchsserie begann am 22. Juli. Danach wurde dreimal in Folge nachts in das nach dem NS-Widerstandskämpfer Franz Bair benannte Gebäude eingebrochen, mit Baumstämmen und Betonpfeilern wurden die Fenster zerschlagen. Im Inneren wurde gewütet, Hakenkreuze wurden auf Computertastaturen und Bildschirme geschmiert. Auch auf den Innen- und Außenmauern fanden sich Hakenkreuze, SS-Runen und eindeutig nationalsozialistische Parolen. In der vierten Nacht bewachte die Polizei das Haus, doch nichts geschah. Kaum waren die Beamten abgezogen, wurde am 31. Juli wieder eingebrochen. Wieder wurden Nazi-Symbole hinterlassen.

Warum die Täter sechs Einbrüche zugaben, obwohl nur vier gemeldet worden waren, erklärt Clemens Perteneder von der KP-Bezirksleitung so: "Ich war nicht täglich dort, und ein Fenster konnte nicht gleich repariert werden. Da sind sie wohl wiedergekommen." Das Ausmaß der rechten Szene war weder der Polizei noch Perteneder bekannt, der betont: "Ich bin erleichtert, dass sie erwischt wurden. Das zeigt, wie wichtig antifaschistische Arbeit ist." (Colette M. Schmidt/DER STANDARD, Printausgabe, 5.8.2008)

 

 

 

 

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