Adidas und Puma haben zu kämpfen

3. August 2008, 14:32
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Trotz Fußball-EM - Weniger Nachfrage in USA - Produktion in China wird teurer, Ausweichen auf Südostasien

München - Der Juni stand ganz im Zeichen von König Fußball. Die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz bot den Sportartikel-Herstellern Adidas und Puma eine große Bühne, um ihre Produkte anzupreisen und am Image der Marken zu feilen. Nun legen die beiden Konzerne aus dem fränkischen Herzogenaurach nächste Woche ihre Bilanzen für das zweite Quartal vor. Neue Rekorde erwarten Branchenkenner nicht. Von Reuters befragte Analysten rechnen vielmehr damit, dass Adidas und Puma mit ihrem Gewinn deutlich hinter dem ersten Quartal 2008 zurückbleiben werden.

Die Gründe dafür sind vielfältig: So kämpft die ganze Branche seit Monaten mit dem rückläufigen Volumen im wichtigen US-Markt. Bei Adidas werde sich dies erneut in einer schwachen Leistung der US-Tochter Reebok spiegeln, sagt Commerzbank-Analyst Christoph Dolleschal voraus. Zudem hätten Adidas und Puma zur EM hohe Summen in die Werbung gesteckt. In China, wo ein Großteil der Schuhe gefertigt wird, verzeichneten die Hersteller ferner höhere Rohstoffpreise und Arbeitskosten. Adidas-Chef Herbert Hainer hatte deswegen zuletzt angekündigt, in Länder wie Laos, Vietnam, Kambodscha und Indien auszuweichen.

Für Adidas erwarten Analysten im zweiten Quartal einen Überschuss von 112 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es erst 104 Millionen, im ersten Quartal 2008 aber 169 Millionen. Der Umsatz ist den Vorhersagen zufolge um gut vier Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen. Adidas hatte nach anfänglichen Problemen die EM letztlich sportlich dominiert und rüstete Deutschland und Europameister Spanien - also beide Finalisten - aus.

Schon während des Turniers hatte Hainer wissen lassen, die Nummer zwei der Branche nach Marktführer Nike werde den angestrebten Fußball-Umsatz von über 1,2 Milliarden Euro in diesem Jahr "deutlich übertreffen". Bei den Franken kommt knapp ein Fünftel des Umsatzes der Kernmarke Adidas aus dem Fußballbereich.

Sportliche Enttäuschung

Für Puma war die EM eine sportliche Enttäuschung. Fast alle Teams, die im Raubkatzen-Logo aufliefen, scheiterten schon in der Vorrunde, für Weltmeister Italien war im Viertelfinale Schluss. Trotzdem seien die Fußball-Umsätze bis zur EM um mehr als zehn Prozent zum Vorjahr angezogen, hatte Puma-Manager Filip Trulsson Reuters zuletzt gesagt. Insgesamt rechnen die Analysten für den Konzern mit einem Überschuss von 43 Millionen Euro im zweiten Quartal. Im Vorjahr waren es 45 Millionen Euro, zu Jahresbeginn 2008 sogar 90 Millionen. Der Umsatz, das hat Puma bereits über die französische Konzernmutter PPR bekanntgegeben, stieg im Quartal auf vergleichbarer Basis um gut elf Prozent auf 577 Millionen Euro. (APA/Reuters)

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