Lernen vor großer Kulisse

3. August 2008, 13:58
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Aufsteiger Kapfenberg war im Hanappi-Stadion zu brav, um ange­schlagenen Rapidlern ernsthaft weh zu tun - 17-jähriger Drazan gab bei Debüt in Grün-Weiß Talentprobe

Wien - Kapfenberg war am Samstagabend der richtige Sparringpartner für die gebeutelte Rapid. Eine solide Vorstellung im mit 16.400 Zuschauern fast vollen Hanappi-Stadion reichte dem Meister, um 3:1 (1:0) zu gewinnen und vorläufig die Tabellenspitze zu übernehmen. "Wir waren heute wohl der richtige Gegner", sagte Aufsteiger-Trainer Werner Gegoritsch

Die Wiener wirkten keineswegs unverwundbar. Vor allem Keeper Georg Koch fiel immer wieder durch Unsicherheiten auf, flog an Flanken vorbei, faustete fangbare Bälle. Dass Kapfenberg erst in der 92. Minute ins Tor traf, verdankte der Meister auch einer gehörigen Portion Glück im richtigen Moment. "Mit dem Ergebnis kann man zufrieden sein", bilanzierte  Peter Pacult. Stefan Maierhofer freute sich vor allem "über drei Punkte. Der Sieg war wichtig für uns alle, für den gesamten Verein. Ich denke, dass wir ein ansehbares Spiel geboten haben."

Größter Lichtblick an diesem Abend war ein 17-jähriger Bursche, der ab der 67. Minute sein Bundesligadebüt gegeben hatte. Der normalerweise bei den Amateuren beheimatete Christopher Drazan sorgte für gehörigen Wirbel  Abwehr und legte das dritte Tor von Maierhofer mit einem überlegten Stanglpass vor. "Er hat ein gutes Auge. Das beweist er auch immer wieder im Training. Was ihn auszeichnet, ist seine super Grundschnelligkeit", lobte Pacult. "Man muss jetzt aber auch aufpassen, dass man ihn nicht zu viel lobt." Vor allem in der Abwehrarbeit liege noch Potenzial brach.

Nach getaner Arbeit gegen Kapfenberg dominierte der Ausblick auf das Rückspiel gegen Anorthosis Famagusta in der 2. Runde der Champions-League-Qualifikation. "Auf Zypern haben wir nicht das Spiel gezeigt, das wir spielen können und wollen. Ich denke, dass wir heute ein gutes Spiel geboten haben. Wir werden am Mittwoch alles für den Aufstieg geben", kündigte Kapitän Steffen Hofmann an.

Auf die unterlegenen Kapfenberger kommt in dieser Saison noch eine Menge Arbeit zu. "Es ist für diese junge und unerfahrene Mannschaft wichtig, dass sie von Spiel zu Spiel lernt", sagte Trainer Gregoritsch. "80 Prozent der Spieler haben noch nie vor so einer großen Kulisse gespielt. Die Mannschaft weiß aber, dass sie gegen jeden Gegner bestehen kann." Pacult pflichtete dem bei: "Gegen Kapfenberg werden noch andere Mannschaften große Probleme haben." Auf einen heißen Tanz kann sich der kommende Gegner jeden Fall gefasst machen - am Samstag steht das Derby gegen Sturm Graz an. (APA/red)

 

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