Al-Kaida bekennt sich zu zwei Anschlägen

6. August 2008, 10:44
posten

Bei den Selbstmordattentaten wurden angeblich 38 Polizei- und Armeeangehörige getötet

Dubai - Der nordafrikanische Ableger des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida, die aus der fundamentalistischen Terrorgruppe GSPC ("Salafistische Gruppe für Predigt und Kampf") hervorgegangene "Al-Kaida des Islamischen Maghreb", hat sich zu zwei Selbstmordattentaten in Algerien bekannt. Das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen SITE teilte am Mittwoch mit, Al-Kaida habe die Verantwortung für die Anschläge vom 3. August und 23. Juli übernommen und dabei nach eigenen Angaben mindestens 38 Polizisten und Soldaten getötet.

Am 3. August hatte ein Selbstmordattentäter ein Polizeigebäude in Tizi Ouzou, 150 Kilometer östlich der Hauptstadt Algier, attackiert. Dabei wurden nach Angaben des algerischen Innenministeriums 25 Menschen verletzt, darunter vier Beamte. Bei dem Anschlag am 23. Juli hatte sich der Attentäter neben einem Militärkonvoi in der ostalgerischen Stadt Lakhdaria in die Luft gesprengt und dabei laut Medienberichten 13 Soldaten verletzt. Bei Autobombenanschlägen in der algerischen Hauptstadt waren im Dezember vorigen Jahres über 50 Menschen ums Leben gekommen.

Staatspräsident Abdelaziz Bouteflika hatte den Islamisten vorgeworfen, seine Politik der nationalen Versöhnung systematisch zu torpedieren. Um einen Erdrutschsieg der Islamischen Heilsfront FIS bei den ersten pluralistischen Wahlen in Algerien Ende 1991 zu verhindern, hatte das Militär den Urnengang abgebrochen, den Ausnahmezustand verhängt und die islamistische Partei verboten. Dies führte zu einem mehrjährigen Bürgerkrieg mit schätzungsweise 200.000 Toten. (APA)

Share if you care.