Mehrheit bei Freenet stützt Vorstandschef Spoerr

2. August 2008, 16:47
posten

Magazin: Gegner müssen bei Hauptversammlung mit Niederlage rechnen

Freenet-Chef Eckard Spoerr kann sich im Kampf um die Macht bei dem deutschen Telekommunikationskonzern einem Magazinbericht zufolge auf die Mehrheit der Aktionäre stützen. Spoerrs Gegner müssten bei der Hauptversammlung am kommenden Freitag mit einer Niederlage rechnen, berichtete "Focus" am Samstag im Voraus aus der neuen Ausgabe. Laut einer Liste, die dem Freenet-Aufsichtsrat vorliege, würden 38 Prozent der Freenet-Aktionäre für Spoerr votieren, hieß es in dem Bericht.

Geringe Anwesenheit bei Hauptversammlung

Angesichts der oft nur geringen Anwesenheit bei Hauptversammlungen reiche das voraussichtlich für einen Erfolg bei der Abstimmung. Die kritischen Großaktionäre United Internet und Drillisch bekämen nur 30 Prozent der Stimmen zusammen, meldete "Focus" weiter. Eine Freenet-Sprecherin wollte zu dem Bericht am Samstag keine Stellung nehmen.

Übenahmeangebot

Zusammen hielten United Internet und Drillisch nach letzten offiziellen Angaben knapp 26 Prozent an der norddeutschen Internet- und Mobilfunkfirma. Melden müssen sie Anteilsaufstockungen aber erst wieder bei Erreichen der 30-Prozent-Marke. Dann müssten die beiden Aktionäre auch ein Übernahmeangebot vorlegen.

Vorstand Vertrauen entziehen

Drillisch und United Internet wollen im Streit um die Firmenstrategie dem Vorstand das Vertrauen entziehen und den Aufsichtsrat abwählen lassen. Spoerr hat gegen den Willen der beiden Großaktionäre den Mobilfunkdienstleister Debitel übernommen und damit deren Plan durchkreuzt, Freenet unter sich aufzuteilen. Der alte Debitel-Eigentümer Permira wurde im Zuge der Übernahme neuer Freenet-Großaktionär mit 25 Prozent. Laut "Focus" will Debitel für Spoerr stimmen.

Anteilsposition ausbauen

Freenet-Aufsichtsratschef Helmut Thoma wolle die Kampfabstimmung noch verhindern und spreche seit Tagen mit United Internet und Drillisch. Er biete ihnen auch Posten im Aufsichtsrat an, hieß es im "Focus" weiter. Drillisch-Chef Paschalis Choulidis hält dagegen an einer Abstimmung fest und will auch bei einer Niederlage nicht aufgeben: "Im Falle einer Niederlage werden wir unsere Anteilsposition ausbauen", sagte er "Euro am Sonntag" laut einer Vorabmeldung. (APA/ Reuters)

Share if you care.