Vier Tote bei Selbstmordanschlag

2. August 2008, 14:50
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Weitere fünf Menschen verletzt - Britische Muslime bekämpfen NATO-Truppen

Kabul/London - In Afghanistan steigt die Zahl der zivilen Terroropfer. Ein Selbstmordattentäter hat am Freitag drei Menschen, darunter ein Kind, mit in den Tod gerissen. Fünf Menschen wurden nach Angaben der Polizei vom Samstag verletzt, als der Mann seinen Sprengstoffgürtel zündete. Der Anschlag in Zaranj im Westen des Landes sei gegen einen örtlichen Geheimdienstchef gerichtet gewesen, sagte ein Taliban-Sprecher. Dabei seien auch Sicherheitsleute getötet worden. Die Sicherheitsbehörden wiesen diese Darstellung zurück.

Das Innenministerium in Kabul berichtete, dass in der südöstlichen Provinz Paktika drei Taliban getötet wurden, als eine Bombe, die sie am Straßenrand verstecken wollten, vorzeitig explodierte. Zudem wurde im Osten des Landes am Freitag der Verwaltungschef des Marori-Distrikts in der Provinz Kunar entführt. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. Der Provinzgouverneur bestätigte am Samstag, dass der Mann verschwunden sei. Er konnte aber nicht sagen, ob die Taliban die Tat begangen haben oder ob es um Stammesstreitigkeiten gegangen war.

Briten in Kandahar

Britische Muslime kämpfen in Afghanistan nach Angaben eines Generals an der Seite von islamischen Extremisten gegen britische Soldaten. Im Gegenzug würden sie in Afghanistan sowie in Pakistan Unterstützung bei der Vorbereitung von Terroranschlägen in Großbritannien erhalten, sagte der frühere Oberkommandierende der britischen Streitkräfte in Afghanistan, Brigadegeneral Ed Butler, in einem am Samstag veröffentlichten Interview. Das Militär verfüge über Beweise dafür, dass britische Muslime die Taliban und auch die Terrororganisation Al-Kaida im Süden Afghanistans aktiv bei Angriffen auf die Koalitionstruppen unterstützen, sagte der General dem Londoner "Daily Telegraph". "In Orten wie Kandahar stößt man auf Leute, die britische Pässe haben und im Vereinigten Königreich wohnen", erklärte Butler. "Es gibt eine Verbindung zwischen Kandahar und den städtischen Ballungsräumen in Großbritannien."

In Londoner Regierungskreisen hieß es dazu nach Angaben der Zeitung, den Geheimdiensten sei bekannt, dass "einige radikalisierte britische Muslime aus Afghanistan nach Großbritannien zurückkehren". Die Zahl derjenigen Briten, die nach Afghanistan sowie Pakistan reisen, dort militärisch ausgebildet werden und dann zurückkehren, sei jedoch "sehr klein". (APA/dpa)

 

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