Grenzpolizisten töten afrikanischen Flüchtling

2. August 2008, 14:29
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Neuerliches Migrantendrama an Israels Grenze

Kairo - Ägyptische Grenzpolizisten haben auf dem Sinai einen afrikanischen Flüchtling erschossen, der versucht hatte, illegal die Grenze zu Israel zu überschreiten. Zwei weitere Männer aus Somalia und dem Kongo seien am Freitag festgenommen worden, bestätigten Sicherheitskreise in Kairo. Zunächst war nicht bekannt, aus welchem Land der getötete Flüchtling stammte. Die Grenzpolizisten hätten in der Nähe von Rafah das Feuer auf die Afrikanergruppe eröffnet, nachdem diese der Aufforderung, stehen zu bleiben, nicht Folge geleistet habe.

An der ägyptisch-israelischen Grenze auf der Sinai-Halbinsel sind in den vergangenen Jahren immer wieder Afrikaner bei dem Versuch erschossen worden, nach Israel zu gelangen, um dort Arbeit zu suchen. Im Februar waren auch vier Chinesen festgenommen worden, die ebenfalls versucht hatten, über den Stacheldraht zu klettern. Die Migranten sollen nach inoffiziellen Angaben Hunderte US-Dollar an ägyptische Schlepper zahlen. Im Sommer vergangenen Jahres waren mehrere Sudanesen durch Schüsse ägyptischer Grenzsoldaten getötet worden. Bei der gewaltsamen Räumung eines sudanesischen Flüchtlingslagers im Zentrum von Kairo waren Ende 2005 von der ägyptischen Polizei annähernd dreißig Menschen, darunter Frauen und Kinder, getötet worden. (APA/dpa)

 

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