IOC und Peking setzten Arbeitsgruppe für Internet ein

2. August 2008, 10:53
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Chef der IOC-Pressekommission Gosper: "Beträchtliches Trauma" - "Es war eine ziemlich schwierige Woche, wir sind auf dem richtigen Weg"

Peking - Das Tauziehen um die chinesische Internet-Zensur bei der Berichterstattung von den Olympischen Spielen in Peking geht weiter. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Pekinger Olympia-Organisationskomitee (BOCOG) haben eine Arbeitsgruppe eingesetzt, um sich mit den weiterbestehenden Sperren und Klagen von Journalisten auseinanderzusetzen. Nach der teilweisen Aufhebung von Blockaden sagte der Chef der IOC-Pressekommission, Kevan Gosper, am Samstag in Peking, nicht das IOC, sondern die chinesische Seite sei schuld an der Kontroverse über den zensierten Internetzugang.

Nach einer Intervention des IOC bei den Pekinger Organisatoren wurden inzwischen einige regimekritische Webportale freigeschaltet. So war am Samstag zum Beispiel Amnesty International frei zugänglich, nicht aber die in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe Human Rights in China (HRiC). Der US-amerikanische Sender "Radio Free Asia" (RFA) konnte vom Pressezentrum erreicht werden, aber nicht die katholische Nachrichtenagentur Asianews, die sich mit der Untergrundkirche in China befasst. Die Seiten der exiltibetischen Regierung oder tibetischer Aktivisten im Ausland waren ebenfalls weiter blockiert.

Nach eigenen Angaben wusste Gosper vorher nicht, das die sonst in China immer geltende Internet-Zensur auch die Arbeit der 25.000 Olympia-Journalisten betreffen wird. "Das war eine große Überraschung", sagte der Australier. Er deutete an, dass die chinesischen Behörden mit einigen Webseiten große Probleme hätten. Es gebe in einigen Fällen ein "beträchtliches Trauma" der chinesischen Seite. Der Streit habe aber das Verhältnis zwischen IOC und BOCOG nicht beeinträchtigt. "Am Ende wird BOCOG dem IOC folgen", gab sich Gosper zuversichtlich. "Es war eine ziemlich schwierige Woche. Wir sind auf dem richtigen Weg." (APA/dpa)

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