Washington rüstet Bagdad auf

2. August 2008, 09:13
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USA wollen Irak Waffen im Wert von neun Milliarden Dollar verkaufen - Pentagon informiert Kongress über Pläne

Washington - Die USA wollen dem Irak nach Angaben des Pentagons Waffen im Wert von mehr als neun Milliarden Dollar (5,78 Mrd. Euro) verkaufen. Der Kongress sei über die Pläne informiert worden, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag mit. Der größte Posten sind laut der Behörde für Verteidigungssicherheit und Zusammenarbeit (DSCA) 392 leichte Panzerfahrzeuge, Funkgeräte und Panzerabwehrraketen.

24 Hubschrauber für 2,4 Milliarden Dollar

Geplant ist demnach auch der Verkauf von 24 Hubschraubern für 2,4 Milliarden Dollar. Das Pentagon plant zudem, der irakischen Regierung für 1,6 Milliarden Dollar technische Hilfsmittel für den Bau von Kasernen und Trainingszentren für ihre Sicherheitskräfte verkaufen.

USA: Sicherheitslage verbessert

Die Sicherheitslage im Irak hat sich nach Ansicht der USA in den letzten Monaten verbessert. Mit elf getöteten US-Soldaten erreichte die monatliche Zahl der Gefallenen nach Armeeangaben im Juli den niedrigsten Stand seit der Invasion 2003. US-Präsident George W. Bush verkürzte am Donnerstag die Einsatzdauer für US-Soldaten im Irak auf zwölf Monate und stellte einen kompletten Abzug weiterer Einheiten in Aussicht. Derzeit sind noch etwa 140.000 US-Soldaten im Irak stationiert.

Noch 21.000 in Gefangenschaft

Die US-Streitkräfte im Irak haben in diesem Jahr nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Häftlinge freigelassen, mehr als im gesamten Jahr 2007. Derzeit seien noch 21.000 Personen inhaftiert, hieß es in einer am Samstag veröffentlichten Erklärung des Militärs. Im vergangenen Jahr seien mehr als 8.900 Personen freigelassen worden. Die USA wollen die Kontrolle über die Gefängnisse im Irak nach und nach an die örtlichen Behörden übergeben. Allerdings mangelt es in irakischen Gefängnissen an Platz und an ausgebildetem Sicherheitspersonal.

Verabscheuungswürdige Folterbilder aus dem US-Militärgefängnis Abu Ghraib im Irak hatten vor zwei Jahren weltweit Empörung hervorgerufen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hatte die Gefangenen-Misshandlungen als schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht bezeichnet. (APA/AFP)

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