Gigaset-Hersteller SHC geht an Arques

1. August 2008, 16:30
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Siemens verabschiedet sich damit von seiner Kommunikationstechnik - Kein Abbau von Mitarbeitern am Standort Wien

München/Wien - Siemens zieht sich mit dem Verkauf seiner Telefongerätesparte SHC ganz aus dem Geschäft mit Kommunikationstechnik zurück. Die SHC-Mehrheit geht an das Starnberger Beteiligungsunternehmen Arques, das zu dem Hersteller von schnurlosen Gigaset-Telefonen noch eine Mitgift von 50 Mio. Euro erhält. "Damit ist das Kapitel der Kommunikationstechnik bei Siemens geschlossen", sagte Finanzchef Joe Kaeser am Freitag. Die Transaktion soll bis Oktober über die Bühne gehen. Erst am Dienstag hatte Siemens die Mehrheit des Telefonanlagengeschäfts SEN an den US-Finanzinvestor Gores Group abgetreten.

Kein Jobabbau am Wiener Standort

Der österreichische Standort von Siemens Home and Office Communication (SHC) bleibt erhalten. "Es gibt keinen Abbau von Mitarbeitern", erklärte ein Siemens-Sprecher am Freitag. Der SHC-Standort in Wien beschäftigt 15 Mitarbeiter.

SHC ist das letzte Relikt des vormals riesigen Siemens-Telekommunikationsbereichs, der vom Handy über Telefonanlagen bis hin zu kompletten Fernmeldenetzen alles anbot, was mit Telekommunikation zu tun hatte. Siemens hatte SHC im vergangenen Geschäftsjahr in die schwarzen Zahlen zurückgeführt, zuletzt erwirtschaftete der Bereich 792 Mio. Euro Jahresumsatz und 13 Mio. Euro Gewinn vor Steuern von. Im Vorjahr waren noch 60 Mio. Euro Verlust angefallen.

Arques erhält in einem ersten Schritt 80,2 Prozent an SHC. Siemens will seinen Minderheitsanteil von 19,8 Prozent noch für zwei Jahre halten, um weiter ein Auge auf die bisherige Tochter zu haben - und so Entwicklungen wie nach dem Verkauf der früheren Handysparte an die Taiwaner BenQ zu verhindern.

Konzentration auf "margenstarkes Geschäft"

Arques kündigte an, das Produktportfolio von SHC auf "margenstarkes Geschäft" zu konzentrieren. Über die Zukunft von Peripheriegeräten wie DSL-Modems oder Empfangsgeräten für Internet-Fernsehen werde noch entschieden. Konkrete Restrukturierungspläne würden derzeit erarbeitet, sagte Arques-Chef Michael Schumann. Arques darf die Marke Siemens für zwei Jahre nutzen.  (APA/Reuters)

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