Musiker sind nicht so gefühlsbetont wie man glauben möchte

2. August 2008, 17:43
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Aktuelle deutsche Studie widerlegt Vorurteil vom sensiblen Künstler - Musikschaffende denken systematischer über Musik nach als Nichtmusiker

Oldenburg - Das Klischee-Bild des sensiblen emotionalen Musikers entspricht in vielen Fällen nicht der Realität, wie eine aktuelle Studien nun zeigte. Wien der Musikwissenschafter Gunter Kreutz von der Universität Oldenburg erklärt, seien Musiker viel eher rationale als gefühlsbetonte Menschen. "Vielmehr denken gerade diejenigen, die ihr ganzes Leben der Musik widmen, besonders strukturiert und rational", betonte er.

Für seinen Befund untersuchte der Professor zusammen mit zwei Kollegen aus Australien und Schottland in einer Online-Befragung die Denk- und Hörweisen von insgesamt 600 Musikern und Nichtmusiken. Ihre Hörgewohnheiten wurden auf mitfühlende "empathische" und rationale "systematische" Merkmale getestet. Dabei ergab sich, dass Musiker viel stärker zu systematischen Hörweisen neigen als Nichtmusiker.

Systematisches Hören

Die Musiker denken als systematische Hörer genauer über Musik nach, wie Kreutz meint. Beim Anhören eines Stücks achteten sie mehr auf die einzelnen Instrumental- und Vokalebenen. Empathische Hörer seien dagegen mehr an der emotionalen Wirkung interessiert.

Musiker müssten sich auf dem Karriereweg für Zehntausende von Stunden in die Übungszelle zu begeben. "Es ist vor allem eine Faszination für technische und systematische Strukturen, die den Musiker bei der Stange hält", betonte der Oldenburger Wissenschafter. (APA/red)

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Universtität Oldenburg: Von wegen sensible Musiker

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    Musiker sind vielfach nicht die sensiblen emotionalen Menschen, als die sie oft dargestellt werden. Die Studie ergab, dass sie in den meisten Fällen viel stärker zu systematischen Hörweisen neigen als Nichtmusiker.

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