Aufnahmetests: Auch in Graz schnitten Österreicherinnen besser ab

1. August 2008, 15:14
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50,5 Prozent des "Österreicherkontingents" gehen voraussichtlich an Frauen - Insgesamt liegen Frauen aber an allen Med-Unis hinten

Graz  - Hinsichtlich des Erfolgs von Frauen beim Aufnahmetest an die Medizinuniversitäten schneidet die Medizinische Universität Graz (MUG) mit ähnlichen Ergebnissen ab wie die Med-Unis in Innsbruck und Wien. Die provisorischen Zahlen des Grazer "Wissenstest" zeigen eine Erfolgsquote der Frauen von 48,6 insgesamt, jene der Bewerberinnen mit österreichischem Reifezeugnis liege sogar bei 50,5 Prozent, und damit höher als in Wien und Innsbruck, verlautete die MUG am Freitag.

Insgesamt liegen Frauen hinten

In Wien und Innsbruck sind von den im "Österreicherkontingent" zur Verfügung stehenden Studienplätzen 50,3 Prozent bzw. 50,2 Prozent der Plätze von Testteilnehmerinnen errungen wurden, in Graz waren es 50,5 Prozent. "Auch in Graz geht damit jeder zweite Studienplatz an eine Frau; auch in Graz hat sich das Ergebnis gegenüber 2007 aufgrund der umfangreichen Informationsbemühungen seitens der Medizinischen Universität deutlich verbessert", so MUG-Sprecherin Birgit Jauk. Betrachtet man die Erfolgsquote von Frauen insgesamt, so werden in Wien 48,9 Prozent, in Graz vorläufig 48,6 Prozent und in Innsbruck 46,5 Prozent der gesamten Studienplätze an Frauen vergeben.

Große Kluft bei ausländischen StudienbewerberInnen

Ein höherer Geschlechterunterschied ergebe sich erst in der sogenannten "Quote 2", in der ausländische Studienbewerber zusammengefasst sind: "In dieser Gruppe waren nur 40 Pozent Frauen erfolgreich; 60 Prozent der Studienplätze gingen an Männer", so Jauk. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt in Graz nur ein provisorisches Ergebnis vor, da hier den Bewerbern im Gegensatz zu den anderen Standorten auch eine Einspruchsfrist eingeräumt wird. Endgültige Zahlen liegen Mitte August vor.

Im Unterschied zu den Med-Unis Wien und Innsbruck greift die MUG für das Auswahlverfahren nicht auf den schweizerischen "Eignungstest für das Medizinstudium" (EMS), sondern einen eigenständig universitär entwickelten dreistündigen "Wissenstest" über naturwissenschaftliche Grundlagenfächer zurück. Vonseiten der Universität wird dem "hauseigenen" Test eine besonders nachhaltige Wirkung auf den Studienerfolg der ausgewählten Studierenden beigemessen: Die Quote der Studienabbrecher im ersten Studienjahr sei von 40 auf fünf Prozent zurückgegangen und die Quote der Studierenden, die den ersten Studienabschnitt wie vorgesehen mit dem zweiten Studiensemester erfolgreich abschließen, sei von etwa 20 auf 80 Prozent angestiegen. (APA)

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