Griechenland: Abmeldung vom Religionsunterricht erleichtert

1. August 2008, 14:26
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Die Neuregelung wurde durch den Europäischen Menschenrechts- gerichtshof erzwungen - Motive müssen nicht mehr angegeben werden

Athen - In Griechenland müssen Eltern, die ihre Kinder vom Religionsunterricht abmelden wollen, in Zukunft nicht mehr ihre Motive und ihre religiöse Zugehörigkeit bekanntgeben. Dies geht laut Kathpress aus einer Mitteilung des Unterrichtsministeriums in Athen hervor, mit der eine Entscheidung des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofes umgesetzt wird. Der orthodoxe Religionsunterricht ist in den griechischen Schulen Pflichtgegenstand. Mit der Neuregelung wurde die Abmeldung erleichtert.

Die orthodoxe Kirche von Griechenland, der 98 Prozent der Bevölkerung angehören, hat bisher zu der Neuregelung nicht offiziell Stellung genommen. Ihr wurde 1850 vom Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel die Autokephalie (jurisdiktionelle Eigenständigkeit) zugesprochen. Verfassungsrechtlich hat die Orthodoxie den Rang einer Staatsreligion. (APA)

  • Nach einem Entscheid des Europäischen Menschenrechtsgerichtshof wird es in Griechenland leichter, sich vom Religionsunterricht abzumelden.
    foto: standard/philip

    Nach einem Entscheid des Europäischen Menschenrechtsgerichtshof wird es in Griechenland leichter, sich vom Religionsunterricht abzumelden.

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