Norditalien: Kampf gegen Straßenprostitution

1. August 2008, 12:30
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Frauenministerin kündigt Gesetzesentwurf an, der Strafen für Prostituierte und Kunden vorsieht

Rom - Die BürgermeisterInnen einiger norditalienischer Städte sagen der Straßenprostitution den Kampf an. Autofahrer, die in Mailand auf der Straße mit einer Prostituierten verhandeln und sie in ihr Auto einsteigen lassen, müssen mit 500 Euro Strafe rechnen, wenn sie dadurch den Straßenverkehr behindern, entschied Bürgermeisterin Letizia Moratti.

Fahrzeugkolonnen

Damit soll es keine Fahrzeugkolonnen auf den Straßen geben, in denen sich nachts Prostituierte und Transsexuelle aufhalten.
Ähnliche Sanktionen haben auch die Bürgermeister von Verona und Padua eingeführt. In Padua können auch Prostituierte bestraft werden, die von der Polizei mit entblößten Brüsten und nacktem Po erwischt werden. Die Prostituierten der Stadt haben kürzlich dagegen demonstriert und die Einführung eines Rotlicht-Viertels verlangt.

Gesetzesentwurf

Frauenministerin Mara Carfagna kündigte Medienangaben vom Freitag zufolge einen Gesetzesentwurf an, der Strafen sowohl für Prostituierte als auch für ihre Kunden vorsieht. "Wir wollen die Straßenprostitution bekämpfen, die vor allem in den Vororten der Großstädten für Alarm sorgt", erklärte die Ministerin. In Italien sind rund 70.000 Prostituierte tätig. 20 Prozent sind Minderjährige, viele von ihnen kommen aus Osteuropa und Afrika. (APA)

 

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    Prostituierte haben kürzlich in Padua demonstriert.

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