Umsatzplus im Lebensmittelhandel

1. August 2008, 19:20
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Teuerung treibt die Umsätze an - Studie: Wachstum der Diskonter bremst sich ein

Wien - Der österreichische Lebensmittelhandel legt weiter kräftig zu. Die Branche verzeichnete im Vorjahr mit einem Plus von 3,9 Prozent das höchste Umsatzwachstum seit 2001, errechnete Regioplan. Heuer erwartet der Wiener Marktforscher einen Anstieg um nominell 3,5 Prozent auf knapp 17 Mrd. Euro.

Verantwortlich für den Umsatzschub seien die steigenden Preise - bei Nahrungsmitteln und Getränken betrug die Teuerungsrate 2007 4,1 Prozent. Zum Wachstum beigetragen habe aber auch der Ausbau der Sortimente im Non-Food-Bereich. Vor allem Diskonter locken zum Ärger der Fachgeschäfte gern mit Diskontware andere Branchen.

Der Supermarkt holt auf

Generell haben die Billigketten ihr rasantes Expansionstempo eingebremst. Der Diskontanteil im Lebensmittelhandel ist zwar laut Regioplan weiter auf 27,4 Prozent gestiegen. Statt um bis zu elf Prozent jährlich bauten Hofer, Lidl und Co ihre Umsätze zuletzt aber nur noch um 4,6 Prozent aus - der klassische Supermarkt holte auf. Zumindest im Vorjahr. Die steigenden Preise ziehen nun viele Kunden wieder vermehrt in die Billigmärkte, vermuten Experten - Rewe und Spar versuchen wiederum mit günstigen Eigenmarken Paroli zu bieten.

Was trotz Teuerung weiter stark boomt, ist Bio. Allein die Bio-Supermärkte konnten von dem Aufwind bisher nur begrenzt profitieren. Die erwartete rasante Expansion blieb aus. Neue Ketten wie Basic, Livit, Biomarket, Maran, Sonnentor und Denn's Biomarkt teilen sich derzeit österreichweit 28 Standorte.

Hohe Konzentration

Rewe, Spar und Hofer haben das Biogeschäft fest im Griff und bauen ihre Marktmacht erheblich aus. Die drei Branchenriesen kommen mittlerweile auf einen Marktanteil von 77 Prozent. Österreich wird damit in puncto Handelskonzentration nur von Skandinavien und der Schweiz übertroffen.

Regioplan sieht dadurch vor allem den Druck auf Lieferanten steigen, schließt aber nicht aus, dass bei einer höheren Marktkonzentration auch die Preise anziehen. Eine vorläufige Entwarnung geben die Bäcker. Sie versprechen, die Brotpreise trotz Kostendrucks bis September nicht weiter zu erhöhen.

Schlechte Vorzeichen kommen aus dem deutschen Lebensmittelhandel: Seine Umsätze sackten im Juni real um sieben Prozent ab. (vk, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 2./3.8.2008)

 

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