"Geschichte des Kommunismus" als Schulfach in Rumänien

4. August 2008, 09:54
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Rumänien führt als erstes postkommunistisches Land dieses Schulfach ein - Historiker fordert Einführung auch für Polen: "Könnte eine Art Impfung für junge Menschen sein"

Rumänien führt laut der polnischen Tageszeitung Rzeczpospolita als erstes postkommunistisches Land das Schulfach "Geschichte des Kommunismus" ein. Paweł Wieczorkiewicz, Historiker und Sowjetologe an der Universität Warschau lobt dies im Interview mit Rzeczpospolita und fordert die Einführung des Fachs auch für Polen.

"Ohne dieses Wissen sind junge Menschen anfällig für ganz primitive Emotionen, die vielleicht auch edel sein mögen, aber gleichzeitig sehr naiv. Die Generation, die ihre Bildung nicht in der Zeit des Kommunismus absolviert hat, hat keinen Zugang zum Wissen über diese Epoche. Das wird deutlich an den Reaktionen auf Kunstwerke oder Dokumente aus dieser Zeit. Manchmal überzeugen deshalb auch billige Argumente aus der Zeit der Volksrepublik die jungen Menschen. Sie erscheinen ihnen frisch und erfinderisch, obwohl sie in Wirklichkeit abgenutzt und verlogen sind. ... Sowohl die Theorie als auch die Praxis des Kommunismus vor Augen zu führen, könnte eine Art Impfung für junge Menschen sein."(red/derStandard.at, 1. August 2008)

 

 

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