Österreich und Aids: die Zahlen

1. August 2008, 10:24
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Mehr als 2.600 Erkrankte seit Erkennen der Krankheit - Mehr als die Hälfte sind bisher gestorben - Die meisten Patienten gibt es in Wien

Wien/Mexiko-Stadt - Die moderne antiretrovirale Therapie mit immer neuen Arzneimitteln - insgesamt gibt es schon sechs verschiedene Substanzklassen mit unterschiedlichen Wirkprinzipien - hat die Mortalität von HIV-/Aids-Betroffenen dramatisch gesenkt. Doch jede HIV-Infektion ist eine zuviel.

Die aktuellen Zahlen der Aids-Hilfe Wien

Von 1983 bis 1. Juli 2008 sind in Österreich 2.627 Personen an Aids erkrankt, davon 1.472 verstorben. Derzeit gibt es 1.155 Aids-Patienten. Der Anteil der Homo- und Bisexuellen an den Erkrankten betrug bisher 34,4 Prozent, jener der i.v.-Drogenkonsumenten 24,1 Prozent (Heterosexuelle: 19,8 Prozent). Bei einem Prozent (26 Fälle) fand die Übertragung von der Mutter auf das Kind statt. 20,9 Prozent der österreichischen Aids-Patienten waren bisher Frauen, 79,1 Prozent Männer.

Die Bundesländerverteilung

  • Wien 1.250 - 47,58 Prozent
  • Burgenland 30  - 1,14 Prozent
  • Kärnten 68 -  2,59 Prozent
  • OÖ 440 - 16,75 Prozent
  • NÖ 162-  6,17 Prozent
  • Salzburg 110 - 4,19 Prozent
  • Steiermark 182 - 6,93 Prozent
  • Tirol 268 - 10,20 Prozent
  • Vorarlberg - 117 4,45 Prozent

Täglich ein bis zwei Neuinfektionen

Insgesamt gehen die Experten von rund 12.000 bis 15.000 Menschen mit HIV in Österreich aus. Zwei Drittel davon sind Männer, das restliche Drittel Frauen. Täglich kommt es zu ein bis zwei Neuinfektionen mit HIV. Im Jahr 2007 wurden 515 Neuinfektionen festgestellt (Vergleichszeitraum 2006: 442). Die Wiener Aids-Hilfe: "2006 erfolgten fast 42 Prozent der Neuinfektionen über heterosexuelle Kontakte (1998 waren es 27 Prozent), 28,6 Prozent über homosexuelle Kontakte und 20,5 Prozent über intravenösen Drogenkonsum.

Häufig erst spät erkannt

Pro Jahr werden in Österreich rund eine Million HIV-Antikörper-Tests durchgeführt (500.000 davon im Blutspendewesen). Ein Problem ist, dass die Tests oft in der falschen Zielgruppe durchgeführt werden (Pensionisten, betagte Krankenhauspatienten etc.). Einerseits wird sehr viel getestet, andererseits wird bei vielen der Betroffenen die HIV-Infektion erst im Zuge der tatsächlichen Erkrankung bekannt. (APA)

 

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