Trickreiche Zahnkärpflinge führen Konkurrenten auf falsche Fährte

4. August 2008, 14:46
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Wenn es um die Fortpflanzung geht schrecken die Fische auch für "Lügen" nicht zurück - Täuschungsmanöver soll Vorteil bei Partnerwahl verschaffen

Potsdam/Cambridge - Fische wenden regelrechte Tricks an, wenn es darum geht ein besonders gebärfreudiges Weibchen zu ergattern. Ein Forscherteam um den Biologen Martin Plath von der Universität Potsdam konnte bei Zahnkärpflingen beobachten, wie Männchen ihren Konkurrenten zunächst Interesse für weniger attraktive Partnerinnen vorspielten. Sobald sie den Gegner so auf die falsche Fährte gebracht haben, suchen sich die Fische ein Weibchen, das viele Nachkommen garantiert.

Bisher hätten Wissenschafter Täuschungsmanöver im Tierreich unter anderem beim Kampf um Nahrung beobachtet, nun sei erstmals nachgewiesen, dass auch bei der Partnerwahl quasi gelogen wird. Die Potsdamer Biologen untersuchten dafür das Paarungsverhalten von zwei miteinander verwandten Zahnkärpflingsarten. Die nur wenige Zentimeter großen mexikanischen Süßwasserfische sind lebendgebärend.

Artenübergreifende Fortpflanzungs-Strategien

Während sich die eine Art sexuell fortpflanzt, vermehrt sich die andere über Jungfernzeugung. Männchen werden für die Befruchtung also eigentlich nicht gebraucht, allerdings löst erst die Anwesenheit von männlichem Sperma die Entwicklung der Nachkommen aus.

Da durch diese Jungfernzeugung immer nur Weibchen entstehen, müssen diese auf die Männchen der verwandten Art zurückgreifen. Die Männchen jedoch haben von diesem "Sex-Parasitismus" nichts, da sie so nur ihr Sperma verschwenden würden ohne ihre Gene verbreiten zu können.

Deshalb bevorzugen sie bei der Paarung Weibchen ihrer eigenen Art und dann auch noch besonders große und gebärfreudige. Als nächstes wollen die Biologen herausfinden, ob auch andere lebendgebärende Fischarten derartige "Sex-Lügner" sind. Die Forschungsergebnisse wurden im US-Fachjournal "Current Biology" veröffentlicht. (APA/red)

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