Ärztepartei will nicht mit Dinkhauser gehen

Entscheidung über eigenständige Kandidatur frühestens Ende der Woche

Wien - Die Ärztepartei "Die Weißen" kandidiert definitiv nicht an der Seite von Fritz Dinkhauser bei der Nationalratswahl. Das teilte ihr Sprecher Wilhelm Appel Dienstagnachmittag mit. Ob man eigenständig antritt, wird frühestens Ende der Woche entschieden. Im Fall einer Kandidatur rechnet sich Appel durchaus Chancen aus, den Einzug in den Nationalrat zu schaffen. Das Gelingen des Sammelns der 2.600 notwendigen Unterstützungserklärungen sei für ihn ohnehin kein Thema.

Laut dem "Weißen"-Sprecher war eine gemeinsame Kandidatur mit Dinkhauser ohnehin nie geplant. Ganz im Gegenteil habe der Obmann des Bürgerforums seinerseits um eine Beteiligung der Ärzte geworben, da er sich des Netzes der Mediziner über die Ordinationen gerne bedient hätte.

Kritik

Seitens seiner Partei habe allerdings aus vielen Gründen kein Interesse bestanden. So missfällt Appel etwa, dass Dinkhauser trotz eigenständiger Kandidatur noch immer nicht aus der ÖVP ausgetreten ist, zusätzlich stört ihn, dass es der langjährige Arbeiterkammer-Präsident von Tirol trotz seines Überraschungserfolges bei der vergangenen Landtagswahl nicht in die Regierung geschafft habe. Schließlich verwies Appel auf das Alter Dinkhausers, der beim nächsten Urnengang dann ja schon 73 sei und da vielleicht die Lust verliere. So handle es sich um eine "Namensliste, die in dem Moment schon tot ist, wenn es Dinkhauser nicht mehr interessiert oder wenn es ihn nicht mehr gibt."

Ob die "Weißen" nun selbstständig antreten, ist laut ihrem Sprecher noch offen. Es handle sich aber um eine "Jahrhundertchance" und man sei auch bereit, in einer Koalition mitzuarbeiten, um ein noch größeres Chaos zu verhindern. Voraussetzung sei aber, dass seitens der Basis der Ärzte eine entsprechende Unterstützung da sei. Dies gelte es noch abzuklären. Die notwendigen Stimmen für einen Einzug in den Nationalrat könne man schaffen, was er etwa dem Liberalen Forum oder Schauspieler Karl-Heinz Hackl nicht zutraut. Deren Kandidaturen reiht er in den Bereich der Eitelkeiten.

Grundsätzlich wird man sich in jedem Fall in jenen beiden Bereichen positionieren, wo man unbestreitbar Kompetenz mitbringen - bei der Gesundheit und dem Bereich Soziales mit Schwerpunkt Pflege. (APA)

 

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