Ein Hauch von Indiana Jones in Bulgarien

28. Juli 2008, 19:11
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    foto: reuters/nikolay doychinov

    Der bulgarische "Show-Archäologe" Georgi Kitow mit einer der wertvollen goldenen Königsmasken. Darunter ein weiteres Fundstück: ein goldener Pferdewagen aus der Zeit der Thrakier.

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    foto: apa/epa/vassil donev

In Bulgarien boomt die Archäologie - Spektakuläre Funde aus der Antike sorgen fast täglich für Schlagzeilen - Kritiker warnen vor dem Ausverkauf der Wissenschaft

Es ist Sommerzeit, und in Bulgarien herrscht wieder einmal Goldfieber. Jeden Abend vermeldet das Fernsehen einen neuen Fund: goldene Ringe, Opferbecher, prächtige Mosaiken. Ende Juni erregten zwei prominente Archäologen besondere Aufmerksamkeit: Nikolaj Owtscharow, weil er den goldenen Ringstempel eines Fürsten aus dem 13. Jahrhundert gefunden hatte, und sein Kollege Georgi Kitow, der auf einen wertvollen Schmuck aus der Römerzeit gestoßen war.

Bulgarien, am Kreuzweg zwischen Asien und Europa gelegen, gilt seit langem als reiche Fundstätte für Archäologen. Griechen, Römern, Perser, Türken und Byzantiner haben hier ihre Spuren hinterlassen. Die ältesten Fundstücke sind über 6000 Jahre alt. Als ergiebigste Ausgrabungsstätte gilt derzeit das Gebiet rund um die Stadt Kardjali im Südosten des Landes, wo ein thrakischer Stamm seinen Kult um Dionysos, den Gott des Weines und der Freude, pflegte.

Die Ausgrabungsstätte ist Teil des Perperikon, einer gebirgigen Gegend, die einst die Heimat der Thrakier war. Im Jahr 2000 nahm Owtscharow hier die Ausgrabungen auf. Der Name des Archäologen ist seither eng mit den Arbeiten im Perperikon verbunden, er selbst ernannte sich sogar zum bulgarischen Indiana Jones.

Sein Kollege Georgi Kitow entdeckte erst im vergangenen Jahr zwei große thrakische Grabstätten in der Region um Sliwen. Gefunden wurde dort neben Kelchen, Schalen und verziertem Pferdegeschirr eine glänzende Königsmaske, die bereits zweite ihrer Art.
Noch zu Zeiten des Kommunismus verstanden Historiker und Archäologen die Fundstücke als Markenzeichen für Bulgarien zu verwenden. Goldene Schätze, besonders aus der thrakischen Zeit, füllen seither die Museen des Landes und repräsentieren die bulgarische Kultur bei internationalen Ausstellungen.

Aber erst mit der Wende wurde Archäologie in Bulgarien, wo insgesamt mehr als 25.000 über das ganze Land verstreute thrakische Grabhügel vermutet werden, zu einem lukrativen Geschäft.  Die Fundstätten wurden auch zu einem Anziehungspunkt für Grabräuber, die die wertvollen Gegenstände ins Ausland schmuggelten oder mit ihnen die bulgarischen "Kunstverehrer" versorgten.

Archäologen dagegen, die sich mit mühsamen Recherchen und Dokumentationen beschäftigten, blieben abseits der Scheinwerfer und der öffentlichen Aufmerksamkeit. Steine, Knochen und einfache Keramik gelten eben als wenig spektakulär. Daher finden all jene, die nicht nach Gold suchen, auch kaum Sponsoren für ihre Ausgrabungen.

"Als Maßstab für die archäologische Arbeit in Bulgarien gelten nur die Menge und der Wert der Funde" , klagt Ludmil Wagalinski vom Archäologischen Institut der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften in Sofia. Dabei sollte es doch eigentlich darum gehen, durch interdisziplinäre Methoden zu erkennen, was sich geschichtlich tatsächlich abgespielt hat, sagt er. Problematisch sind für Wagalinski vor allem die Arbeitsmethoden der "Show-Archäologen": Sie arbeiten mit Baggern und Bulldozern, um rasch ans Ziel zu gelangen. "Dabei vernachlässigen sie aber, dass jede Schicht Erde einmalige Informationen enthalten kann" , sagt der Wissenschafter.

Ludmil Wagalinski spricht auch von einem Ausverkauf der archäologischen Wissenschaft an die öffentlichen Erwartungen. Zudem werde mit den archäologischen Funden inzwischen auch politisches Kapital gemacht. Kein Wunder, reicht es doch, wenn der Bagger zwei-, dreimal schaufelt, und der Nationalstolz wird geweckt. (Diljana Lambreva aus Sofia/DER STANDARD, Printausgabe, 29.7.2008)

Zenga
10
29.7.2008, 15:59

nur das die menschen in österrerich angst haben in ihren kellern zu graben.. !! :) net das wieder ein paar fritzels zum vorschein kommen..

Lupo-de-mare
03
29.7.2008, 14:48
Geetze die niemand mehr befolgt

Bulgarien ist Mafia Land und niemand wird die Fehler der Deutschen SPD Politiker wie Steinmeier und Verheugen wieder gut machen können. Anarchie und zero Justiz. Bulgarien wird nur noch vom Kosovo übertroffen.

Harabeli
00

die beiden länder kann man nicht miteinander vergleichen.

Jürgen Rembremerding
00
30.7.2008, 09:16
"Schuld daran ist nur die SPD"

Das ist übrigens aus dem Lied "Wann wird's mal wieder richtig Sommer" von Rudi Carrell!

Deshalb muss es aber noch nicht stimmen!

Mr White
10
30.7.2008, 05:03
Also sie haben wirklich

Keinen blassen schimmer was in diesem land vor geht.
Vielleicht hat man Ihnen vor 10 Jahren die Kamera im Urlaub geklaut anders kann ich solche aussagen nicht verstehen. Bulgarien ist Mafia Land bitte das meinen sie doch nicht im ernst. Ich koennte das selbe von Oesterreich behaupten ohne beweise.
Die Mafia gibt es schon lange nicht mehr und wenn die Mafia in BG regiert tut sie es ebenfalls in AT. Glueckspiel, Prostituion, Drogen.......... das alles gibt es ja in AT nicht oder?

Veridad
00
12.8.2008, 10:50
Naja, das war zwar nicht das intelligenteste Posting

aber bei meinem letzten Bulgarienbesuch, haben sie Stunden vorher wo ich vorbeikam in der Nähe eines Billa in Sofia einen Bankmanager abgeknallt, derBürgermeister hat immer einer geladene Waffe auf den Schreibtisch liegen und tut das auch noch im Fernsehen kund.
Mafia gibts nurin Italien und USA, aber die ehemaligen KGB-Leute sind zumindest Mafiös.

Herr Plumm
00
29.7.2008, 12:05

bin schon gespannt wann die ersten C64er wieder ausgegraben werden...

Avalancha
11
29.7.2008, 12:37

den könnte ich jederzeit im keller ausgraben.

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