
Das ist wirklich dumm gelaufen. Als sich der Geschichtsprofessor Elias White von der minderjährigen Tochter seines Nachbarn verführen lässt, wird er ausgerechnet von einem Bankräuber beobachtet. Der braucht einen Ort, um sich zu verstecken, und da kommt ein erpressbarer Professor gerade recht. Elias ist genötigt, den Verletzten in seinem Keller zu verstecken.
Außerdem besticht er auf Geheiß des ungebetenen Gastes die Krankenschwester des Colleges, welche Dixon verarztet. Levison beschreibt ein raffiniertes Spiel aus Einschüchterungen, Erpressung und Komplizenschaft. Die FBI-Agentin, die die Spur des Bankräubers verfolgt, ist ebenso wie Elias von ihrem Beruf frustriert. Sie ist gut im Job, hat aber keine Chance auf Karriere, weil sie eine Frau ist. In dem Kaff, in dem sie den Bankräuber vermutet, befragt sie auch White, findet Gefallen an ihm und landet in seinem Bett, während der Verbrecher im Keller stillhalten muss.
Iain Levisons Blick auf Feiglinge, Lebenslügen und Opportunisten ist glasklar, er entlarvt die Mechanismen der Political Correctness ebenso wie den inferioren akademischen Betrieb, in dem es darum geht, pseudooriginelle Thesen mit kalkulierter Tabuverletzung aufzustellen, um zu Veröffentlichungen zu kommen. Was seinen stupiden Aufsatz über die Nazis angeht, hat White sich gründlich verspekuliert, aber er wird bald ganz was anderes zu tun haben. Der letzte Satz des absolut empfehlenswerten Buches, "Alles hat sich für alle zum Guten gewendet", ist wenig tröstlich, ganz im Gegenteil! (Ingeborg Sperl, ALBUM/DER STANDARD, 25./26.07.2008)
Iain Levison, "Tiburn". Deutsch: Hans Therre. € 19,40 / 256 Seiten. Matthes&Seitz, Berlin 2008
Lasst die Germanen mal den vorweihnachtlichen Pelz so richtig durchknattern! Vollendetes Kochen nach Art der Kulturgiganten
Christian Steinbacher erntet Wartholzer Literaturehren
Emma Dantes furioser Gesellschaftsroman "Mitternacht in Palermo" mit präzisen szenischen Beschreibungen und Dialogen
Alle 25.000 Blätter wurden digitalisiert - Erhaltung der Originale schwierig - Philosophin wurde 1942 in Auschwitz ermordet
"Sommer des Lebens": Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee wird 70 Jahre alt
Serbischer Philosoph
Der Nachwuchsstar der deutschen Literaturszene äußert sich zur Verteidigung: "Originalität gibt's sowieso nicht, nur Echtheit"
Für "besondere Leistungen im Grenzbereich"
Die erst 17-jährige Autorin Helene Hegemann ist die neue Sensation der deutschen Literaturszene
Katharina Hacker, 2006 Gewinnerin des Deutschen Buchpreises, malt mit ihrem Roman "Alix, Anton und die anderen" Stimmungen
Worum ein Autor des 21. Jahrhunderts einen in Vergessenheit geratenen Erfolgsautor des 19. Jahrhunderts beneidet
Zahlreiche Starautoren gastieren Anfang April in Salzburg
Neuerlich erzählt Paulus Hochgatterer vielschichtig von Krimi-Verwicklungen in Furth am See
Wer eine Leiche verschwinden lässt, sollte bessere Nerven haben als Ing. Galba, der Leiter der Abwasserreinigungsanlage von Dornbirn
Kostenlose 24-Stunden-Tauschbörse unter freiem Himmel in Neubau - Privatprojekt gegen "Kommerzkäse" im öffentlichen Raum
Bild und Ton: Am 12. Februar feiert Gerhard Rühm seinen achtzigsten Geburtstag - Zwei Salzburger Veranstaltungen
Der Verlag will auch CDs, DVDs, Fernseh- und Kinofilme, Spiele und Merchandisingprodukte entwickeln
Über das Handschreibensterben und das Schwimmen gegen den Strom der digitalen Gezeitengewalt - Ein Nachruf von der Paperworld- Messe in Frankfurt - Ein Essay
Weltuntergänge und Neubeginne von unter anderem John Scalzi, Elizabeth Bear, Robert Sheckley und Dmitry Glukhovsky
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.